1. Mai: Nach ruhiger Nacht droht Gewalt

01.05.2013 | 08:13
1. Mai: Nach ruhiger Nacht droht Gewalt Großes Aufgebot der Polizei in Hamburg. Bisher blieb es weitgehend ruhig.

Polizei hofft auf ruhigen Tag

Nach einer weitgehend ruhigen Walpurgisnacht in Berlin und Hamburg hoffen die Behörden nun auch auf einen friedlichen 1. Mai, es drohen jedoch gewalttätige Ausschreitungen. In Berlin-Schöneweide - der Ortsteil gilt als Hochburg von Neonazis - demonstrierten rund 3.000 Menschen gegen Rechts. Vereinzelt flogen Flaschen.

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Es gab nach ersten Angaben der Polizei rund 20 Festnahmen wegen Landfriedensbruchs, Vermummung und Sachbeschädigung. Dennoch sprachen die Beamten von einem weitgehend ruhigen Verlauf. In der Walpurgisnacht waren rund 3.000 Polizisten in der Hauptstadt im Einsatz.

Auch im Hamburger Schanzenviertel verlief die Walpurgisnacht weitgehend ruhig. Vor dem linken Kulturzentrum 'Rote Flora' wurden am Vorabend des Feiertags vereinzelt Böller gezündet, Flaschen geworfen und unter anderem Mülleimer in Brand gesetzt. Anwohner versuchten, kleine Feuer zu löschen und Randale zu verhindern. In der Nacht zum Mittwoch griff dann die Polizei ein, Beamte räumten brennenden Abfall von der Straße. Nach Angaben der Polizei vom frühen Mittwochmorgen wurden zwei Menschen festgenommen, elf kamen in Gewahrsam.

Große Demonstration am Abend in Berlin

Insgesamt haben sich am Tag der Arbeit nach Gewerkschaftsangaben bundesweit rund 425.000 Menschen an Demonstrationen und Kundgebungen beteiligt. Dies seien etwas mehr als im Vorjahr, hieß es. "Die große Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer sendet in das Wahljahr 2013 ein deutliches Signal: An den Themen der Gewerkschaften, an den Anliegen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer kommt keiner vorbei", erklärte der DGB-Vorsitzende Michael Sommer in Berlin.

In einigen deutschen Städten gab es Kundgebungen der rechtsextremen NPD begonnen. In Berlin sprach die Polizeivon rund 250 Rechtsextremisten und etwa 2.000 Gegendemonstranten. Schöneweide gilt als eine Hochburg der rechten Szene in der Hauptstadt. Kurz nach dem Start musste der NPD-Aufmarsch am S-Bahnhof Schöneweide stoppen, weil Gegendemonstranten die Strecke blockierten. Vier Menschen hatten sich in einem Betonklotz auf Bahnschienen verankert. Die Polizei konnte die Blockade aber beenden.

In Erfurt blockierten Demonstranten ebenfalls einen Aufzug von Rechtsextremen. Die laut Polizei rund 300 Rechten konnten auch aus diesem Grund zunächst nicht starten.

In Hessen musste die NPD ihre Kundgebung von Frankfurt nach Hanau verlagern. Dort versammelten sich rund 180 NPD-Anhänger auf dem Marktplatz. In Frankfurt hatten zuvor rund 600 Gegendemonstranten Gleise in der Nähe des ursprünglichen Versammlungsortes am Ostbahnhof besetzt.

Am Abend des Feiertages wollen linke und linksradikale Gruppen von Kreuzberg zum Boulevard Unter den Linden ziehen. Zu der sogenannten Revolutionären 1. Mai-Demonstration werden 10.000 Teilnehmer erwartet. Von der Demo war wiederholt Gewalt ausgegangen.

Bildquelle: dpa bildfunk