14 Jahre Haft für Serienverbrecher Thomas Feldhofer

Er war einer der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands

Der Prozess gegen einen der meistgesuchten Verbrecher Deutschlands ist vorbei: Thomas Feldhofer muss 14 Jahre lang ins Gefängnis. Die Liste der Vorwürfe der Staatsanwaltschaft gegen den 47-Jährigen war lang: Schwerer Raub, schwere räuberische Erpressung und erpresserischer Menschenraub. 14 Jahre und acht Monate Haft hatte die Anklage in ihrem Plädoyer für den Mann gefordert, der zwischenzeitlich sogar europaweit zur Fahndung ausgeschrieben war.

- Anzeige -
Thomas Feldhofer Urteil 14 Jahre
Thomas Feldhofer schirmt sich im Gericht mit einer Mappe ab. © dpa, Nicolas Armer

Dem Angeklagte wurde vorgeworfen, zwischen August 2011 und Februar dieses Jahres 19 schwere Straftaten begangen haben. Von 2001 bis 2008 saß Feldhofer bereits wegen acht Banküberfällen im Gefängnis und war auf Bewährung freigekommen. Doch er setzte seine kriminelle Karriere fort. Seine Überfälle waren dabei ebenso filmreif wie brutal: Er raubte bundesweit Banken aus, stahl Autos mit vorgehaltener Waffe und kaperte schließlich bei seiner Flucht quer durch die Republik sogar einen Linienbus samt Fahrgästen. Die Tat hatte Feldhofer vor Gericht als Zufall geschildert. "Ich wollte nur weg, und das einzige, was da stand, war der Bus." In Schleswig-Holstein endeten schließlich seine Raubserie und das wilde Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei, als Feldhofer mit einem gestohlenen Golf auf der Flucht vor einer Polizeistreife in einen Straßengraben raste.

Zuvor hatte sich eine eigens gebildete Sonderkommission an seine Fersen geheftet, die jedoch mit einigen Probleme zu kämpfen hatte: Feldhofer war Einzelgänger. Er bekam nie Besuch im Gefängnis. Auf einem Handy, das er auf seiner Flucht benutzt und verloren hatte, fand die Polizei keinen einzigen privaten Kontakt.

Zudem sieht der Krefelder vollkommen durchschnittlich aus. Kriminalisten hatten eingeräumt, dass sie ihn womöglich selbst nicht erkannt hätten, wenn sie ihm zufällig auf der Straße begegnet wären. Zeugen schilderten den Beamten, dass Feldhofer bei seinen Taten höflich und fast schüchtern gewirkt habe. Das stand allerdings in keinem Verhältnis zu der Brutalität, mit der er teilweise vorging: Bei einer Kontrolle in Krefeld etwa rammte er sich den Weg in einem gestohlenen Auto frei. Er floh im Kugelhagel der Beamten, nachdem er mit Vollgas auf einen Polizisten zugerast war.

"Jeder Monat unter 15 Jahren ist in Ordnung"

Im Laufe des Verfahrens hat er alle Verbrechen gestanden und sich bei den Opfern entschuldigt. Ein Gutachter bescheinigte ihm volle Schuldfähigkeit. Feldhofers Hang zu Alkohol und Glücksspielen sei zwar eine "pathologische Auffälligkeit", wirke sich aber nicht schuldmindernd aus. Eine Sicherungsverwahrung hatte die Staatsanwaltschaft abgelehnt. Trotz der Vielzahl der Straftaten sei bei Feldhofer nicht mit einer "Eskalation der Gewalt" zu rechnen.

"Jeder Monat unter 15 Jahren ist in Ordnung", hatte Verteidiger Heinz-Jürgen Borowsky in seinem Schlussvortrag gesagt. Der Rechtsanwalt sprach sich generell gegen Sicherungsverwahrung aus. Gutachten mehrerer Psychiater hätten ergeben, dass vier von fünf Straftätern zu Unrecht sicherungsverwahrt worden seien: "Das ist kein Zustand." Borowsky erinnerte außerdem daran, dass Feldhofer bei einer Haftentlassung mindestens 60 Jahre alt sein wird.


- Anzeige -