14 Tote nach Erdrutsch in USA - Verbleib Dutzender ungeklärt

25.03.2014 | 08:05
Schlammlawine, Erdrutsch, mudslide Die Schlammlawine im US-Staat Washington hatte eine Länge von mehr als 450 Meter.

Helfen dämpfen Hoffnung auf Überlebende

Zwei Tage nach einem schweren Erdrutsch im US-Staat Washington ist die Zahl der Toten auf 14 angestiegen. Die Helfer hätten weitere sechs Leichen geborgen, teilte die Bezirksleitung von Snohomish County mit. Zudem seien im Laufe des Tages noch mehr Vermisstenmeldungen eingegangen. Die Zahl sei von 108 auf 176 Meldungen angewachsen, sagte John Pennington vom Notfallmanagement. Diese Angabe sei aber vage und entspreche am Ende nicht der Zahl der Toten oder Vermissten.

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Bei dem Erdrutsch in der kleinen Gemeinde Oso, rund 100 Kilometer nördlich von Seattle, waren am Samstag mindestens 30 Häuser zerstört worden. Schwere Regenfälle hatten die gewaltige Schlammlawine ausgelöst. Mit Spürhunden, Hubschraubern und elektronischen Geräten wurde am Montag die Suche nach Vermissten fortgesetzt.

"Ich kann nicht daheim bleiben und nichts tun", sagte ein Mann, dessen Schwester unter der Schlammlawine vermutet wird. Der Verbleib Dutzender Menschen war zunächst ungeklärt. Pennigton dämpfte am Montagabend die Hoffnungen, noch Überlebende in den Schutt- und Schlammmassen zu finden. Dies würde nun in eine Bergungsaktion übergehen, sagte der Beamte.

Die Einsatzteams müssten "enorme Herausforderungen" bewältigen, sagte Feuerwehrchef Travis Hots. Die Helfer kämen bei den Sucharbeiten in dem zähen Schlamm mit Geröll und Trümmern nur langsam voran. Teilweise hätte sich der Schlamm wie Zement verfestigt, an anderen Stellen sei er wie Treibsand.

Geologe warnte schon 1999 vor potentieller Gefahr

Allerdings ist der Erdrutsch offenbar doch nicht völlig unerwartet über die Menschen hereingebrochen. Der amerikanischer Geologe Daniel Miller hatte bereits vor Jahren Alarm geschlagen. Laut 'The Seattle Times' warnte Miller bereits 1999 in einem Bericht vor "einem potenziellen, großen und katastrophalen Zusammenbruch" des Steilhangs. Dagegen sprechen die Behörden weiter von einem "völlig unvorhersehbaren" Ereignis.

Spätestens seitdem sich am gleichen Ort bereits 2006 ein kleinerer Erdrutsch ereignet habe, hätten Experte gewusst, dass es zu einer Tragödie kommen könne, sagte Miller weiter. Daher sei er auch schockiert gewesen, dass es weitere Baugenehmigungen gegeben habe.

Die Schlammlawine sei mehr als 450 Meter lang, sagte der Geologe Dave Norman. Das Geröll- und Schlammfeld ist stellenweise bis zu zehn Meter tief. Dies sei einer der größten Erdrutsche, den er je gesehen habe, gab der Wissenschaftler an. Die Verwüstung bedeckt eine Fläche von mehr als 360 Fußballfeldern. Auch ein breiter Abschnitt einer Bundesstraße wurde unter der Schlammlawine begraben.

Bildquelle: dpa bildfunk