15-jährige Deutsche im Türkei-Urlaub von Masseur vergewaltigt?

Masseur wurde inzwischen wieder freigelassen

Für eine 15-jährige Deutsche ist der Familienurlaub in der Türkei zum Albtraum geworden. Ein Masseur soll das Mädchen im Hotel vergewaltigt haben. Besonders schrecklich für das Opfer und seine Angehörigen: Die Polizei hat den Mann inzwischen wieder freigelassen.

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15-Jährige im Urlaub vergewaltigt
Für eine 15-jährige Deutsche wurde der Familienurlaub an der türkischen Riviera zum Albtraum. © picture alliance / blickwinkel/E, E. Topcu

Es passierte im Spa-Bereich eines 4-Sterne-Hotels: Hier spendierte Bilal K. der Schülerin aus Bayern angeblich eine Massage. Dabei soll der Hotelangestellte die 15-Jährige vergewaltigt haben. "Obwohl ein ärztliches Gutachten vorliegen soll, dass die Tat bestätigt, wurde der angebliche Vergewaltiger wieder frei gelassen", so RTL-Reporterin Stefanie Pröstler aus Alanya. Dabei sei die Aussage des Mannes "höchst zweifelhaft, denn zunächst hat er alles abgestritten. Später soll er behauptet haben, das Mädchen hätte es selbst gewollt". Das Hotel reagierte verständnislos auf die Freilassung und hat dem Mann inzwischen Hausverbot erteilt.

Warum ist der mutmaßliche Täter auf freiem Fuß?

Die 15-Jährige ist seit der Tat verstört. "Kaum wacht sie morgens auf, weint sie", so ihre Mutter zur 'Bild'-Zeitung. "Wenn wir an den Pool oder ans Meer gehen, will sie auf dem Zimmer bleiben. Sie zieht sich zurück." Das Mädchen und ihre Eltern sind bis zu ihrem Rückflug nach Deutschland in einem anderen Hotel untergebracht. Doch der Urlaub ist für die Familie längst vorbei.

Dass der mutmaßliche Täter trotz angeblicher Beweise wieder auf freien Fuß gesetzt wurde, liegt an der türkischen Gesetzgebung. "In Deutschland wäre die Geschichte wahrscheinlich ganz anders gelaufen", meint der Strafrechtler Burkard Benecken. "Hier sagt man: 'Warum soll ein Opfer so etwas behaupten, wenn es nicht stimmt?' Und der Täter muss sich hier entlasten. In der Türkei ist es in der Regel genau umgekehrt. Dort sagt man: 'Warum soll der Täter so etwas getan haben?' Und dann muss das Opfer die Beweise liefern."