1,65 Millionen Unterschriften für Grundrecht auf Wasser

900 Millionen Menschen ohne sauberes Trinkwasser

Als erste europäische Bürgerinitiative hat ein Bündnis gegen Wasserprivatisierung in Brüssel die nötigen Unterschriften dafür vorgelegt, dass sich die Europäische Union mit ihrem Anliegen befassen muss. Die Initiative 'Right2Water' (Recht auf Wasser) habe der EU-Kommission mehr als 1,65 Millionen Unterschriften übermittelt, teilte die Brüsseler Behörde mit. Deshalb müssen sich die EU-Institutionen mit den Forderungen des Bündnisses beschäftigen – umsetzen müssen sie sie aber nicht.

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Grundrecht auf Wasser Bürgerinitiative EU
Weltweit haben 900 Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. © picture-alliance/ dpa, Keystone USA Massey

Das Bündnis 'Right2Water' sieht Wasser als öffentliches Gut an und wendet sich gegen eine Privatisierung der Wasserversorgung. Es fordert zudem einen universellen Zugang zu der Ressource sowie eine sanitäre Grundversorgung.

Die Organisatoren sammelten insgesamt 1.659.543 Unterschriften in Deutschland und anderen EU-Ländern. Mindestens eine Million Unterschriften von Bürgern aus sieben EU-Staaten sind nötig, damit sich die EU-Institutionen mit den Forderungen befassen. Vertreter des Bündnisses müssen nun innerhalb der nächsten drei Monate Gelegenheit bekommen, ihre Vorstellungen in Brüssel zu präsentieren. Auch eine Anhörung im Europäischen Parlament ist vorgesehen. Die EU-Kommission entscheidet, ob sie einen Gesetzesvorschlag macht.

Weltweit haben nach UN-Angaben rund 900 Millionen Menschen kein sauberes Trinkwasser und 2,5 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sanitären Anlagen. Auf der Erde gibt es nach Angaben der Vereinten Nationen mehr Mobiltelefone als Menschen mit Zugang zu Toiletten. Sauberes Trinkwasser ist seit drei Jahren ein UN-Menschenrecht. Doch noch immer ist Wasser in vielen Entwicklungsländern rar.


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