18-jährige Lisa-Marie aus Tornesch bei Hamburg erwürgt - Feuerwehr-Kamerad (16) vor Gericht

Lisa-Maries Mörder steht vor Gericht
Die 18-jährige Lisa-Marie wurde im Frühjahr ermordet.

Lukas M. mimte den besorgten Feuerwehr-Kameraden

Zu Beginn des Prozesses um den gewaltsamen Tod einer 18-Jährigen aus Schleswig-Holstein hat der zwei Jahre jüngere Angeklagte die Tat gestanden. Auf der Anklagebank wiederholte der Jugendliche ein Geständnis, dass er nach seiner Festnahme bei den Ermittlungsbehörden abgelegt hatte.

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Der 16-jährige Schüler muss sich vor dem Landgericht Itzehoe verantworten. Er soll die junge Frau mit dem rotblonden Haar erwürgt haben. Die Tat hatte im März bundesweit Trauer und Entsetzen ausgelöst – auch weil Lukas M. den besorgten Feuerwehr-Kameraden der jungen Frau gemimt hatte.

Er fühle sich schuldig, weil er Lisa-Marie nicht begleitet habe, gab der mutmaßliche Mörder damals zu Protokoll. Außerdem versuchte er anfänglich, in Interviews mit Medien den Verdacht auf den 18 Jahre alten Freund des Teenagers zu lenken.

Lisa-Marie war am Abend des 19. März von ihren Eltern als vermisst gemeldet worden. Sie war nach einem Besuch bei einem Bekannten verschwunden und am nächsten Morgen auch nicht bei der Arbeit erschienen. Die Polizei suchte tagelang mit Spürhunden und einem Hubschrauber nach ihr. Am 24. März wurde die Leiche auf einem freien Feld im Ortsteil Ahrenlohe entdeckt. Die Tote lag nur wenige Meter hinter dem Elternhaus des Angeklagten.

Nach Polizeiangaben hat der Jugendliche kurz nach seiner Verhaftung gestanden, die 18-Jährige von hinten umfasst und erwürgt zu haben. Über die Hintergründe der Tat ist bislang nur wenig bekannt. Ende Juni hatte die Staatsanwaltschaft Itzehoe gegen den Schüler Anklage wegen Mordes erhoben.

Angeklagtem drohen bis zu zehn Jahre Haft

Freunde und Bekannte des Opfers werden von dem Prozess nur wenig mitbekommen, denn das Verfahren gegen den jugendlichen Angeklagten findet unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Paragraph 48 des Jugendgerichtsgesetzes regelt, dass solche Fälle einschließlich der Urteilsverkündung hinter verschlossenen Türen verhandelt werden müssen.

Bei einem Schuldspruch droht dem 16-Jährigen eine Höchststrafe von zehn Jahren Haft. Möglich sei jedoch auch eine Verurteilung zu einer Jugendstrafe und eine Einweisung in eine psychiatrische Klinik, hieß es.

In einem vorläufigen psychiatrischen Gutachten haben Sachverständige den Angeklagten bislang jedoch als schuldfähig beurteilt. Der Jugendliche sitzt in der Jugendstrafanstalt Schleswig ein. Das Urteil könnte am 15. Oktober verkündet werden.


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