22 Kinder tot: Wie kam es zu der Busunglück?

Wechselte der Busfahrer kurz vor dem Unfall eine CD oder DVD?

Nach dem schweren Busunglück im Schweizer Kanton Wallis mit 28 Toten, darunter 22 Schulkinder, geht die Suche nach der Unglücksursache weiter. Experten wollen das völlig zerstörte Bus-Wrack untersuchen, um nähere Erkenntnisse zum Unfallhergang zu erhalten.

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22 Kinder tot: Wie kam es zu der Busunglück?
Das Wrack des verunglückten Buses - wie kam es zu dem Unfall im Tunnel? © dpa, Laurent Gillieron

Die Kinder waren nach einer Skifreizeit in der Region Val d'Anniviers am späten Dienstagabend auf der Heimreise, als ihr Bus in einem Autobahntunnel von der Fahrbahn abkam und gegen die Wand einer Nothaltestelle prallte.

Die Unfallursache ist noch völlig unklar: Nach belgischen Angaben war kein weiteres Fahrzeug an dem Unglück beteiligt. In der Röhre gibt es keinen Gegenverkehr. Der Fahrer kann nach Ansicht des Staatssekretärs im belgischen Verkehrsministerium nicht übermüdet gewesen sein. Auch auf technische Ursachen gab es zunächst keinen Hinweis.

Laut RTL-Reporter Roger Saha werden die Ermittler nun ganz behutsam die Überlebenden des Unglücks befragen müssen, um ein wenig Informationen über den Unfallhergang zu bekommen. "Ein weiterer Ansatz ist die Auswertung der Überwachungsvideos, die im Tunnel aufgezeichnet wurden und den Unfall möglicherweise zeigen", sagt Saha, der sich am Unglückstunnel in Siders befindet.

Die 'Aargauer Zeitung' berichtet, dass der Fahrer des Busses kurz vor dem Unfall eine Kassette, DVD oder CD eingelegt haben soll. Sekunden danach sei es zu dem Horror-Crash gekommen. Das hätten übereinstimmend überlebende Kinder in den Krankenhäusern ausgesagt, wie gemeinsame Recherchen der 'Aargauer Zeitung' und 'Heet Laatste Nieuws' ergeben. Ein Sprecher der Schweizer Polizei sagte dazu, er höre dies zum ersten Mal. Für ihn handle es sich um eine "reine Spekulation".

Leiche des Busfahrers wird obduziert

Experten wollen zudem das völlig zerstörte Buswrack untersuchen, um nähere Erkenntnisse zum Unfallhergang zu erhalten. Zudem soll geklärt werden, ob eine plötzlich auftretende Krankheit des Busfahrers zu dem Unfall geführt hat. "Die Leiche des Busfahrers wurde für eine Autopsie nach Lausanne gebracht", sagte der Polizeisprecher. Mit Ergebnissen werde aber erst in den nächsten Tagen gerechnet.

Möglicherweise habe eine "unglückliche Verkettung von Umständen" zu dem Unfall geführt, sagte Richard Eberhardt, Präsident des Internationalen Bustouristik-Verbands RDA der 'Pforzheimer-Zeitung'. Unmittelbar hinter einer leichten Rechtskurve habe sich eine Haltebucht befunden, an deren Ende der Bus gegen die im rechten Winkel zur Fahrbahn stehende Wand geschmettert worden sei. "Man muss sich nach dem Unglück die Frage stellen, ob die Wände von Haltebuchten in einem flacheren Winkel abgeschrägt auslaufen müssen."


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