24 Tote in Oklahoma: Tornado-Opfer stehen vor dem Nichts

"Wir könnten eine dritte Runde bekommen"

Die Bilder erinnern an einen Katastrophenfilm: Im amerikanischen Moore im US-Bundesstaat Oklahoma hat ein riesiger Tornado nichts als Verwüstung hinterlassen. Rund 40 Minuten hat der Sturm im US-Bundesstaat Oklahoma gewütet. Laut der Gerichtsmedizin in Oklahoma City sind dabei 24 Menschen ums Leben gekommen, unter ihnen auch neun Kinder. Zuvor hatten US-Medien von mindestens 91 Opfern berichtet.

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US-Präsident Obama verspricht Tornado-Opfern schnelle Hilfe
Gezeichnet von den Schreckensmeldungen aus Oklahoma versprach US-Präsident Obama den Opfern schnelle Hilfe. © dpa, Jim Lo Scalzo

Mehr als 230 Menschen seien in der Vorstadt Moore verletzt worden, berichtete der Lokalsender KFOR-TV unter Berufung auf Behörden. Knapp 150 mussten in einer Klinik behandelt werden. Hunderte verloren ihr Zuhause.

US-Präsident Barack Obama versprach den Opfern schnelle Hilfe. "Der gesamte Fokus unserer Nation richtet sich auf die dringende Rettungsarbeit", sagte Obama im Weißen Haus. Die Stadt Moore vor den Toren der Metropole Oklahoma City werde von der Bundesregierung alles erhalten, was sie benötige.

Auf seiner gut drei Kilometer breiten Spur der Verwüstung, die mitten durch ein Wohngebiet führte, hatte der Wirbelsturm eine Grundschule komplett dem Boden gleichgemacht. Gerichtsmediziner bestätigten den Tod von neun Kindern. 75 meist jüngere Schüler und Lehrer hätten in der Schule Zuflucht gesucht, als der Tornado am Montag gegen 15 Uhr die 55.000 Einwohner zählende Vorstadt traf. In den Stunden danach wurden viele überlebende Kinder aus den Trümmern geborgen.

Zwischen der Warnung des Wetterdienstes bis zu dem Moment, als der Rüssel des Sturms auf den Boden stieß, seien nur 16 Minuten geblieben, schreibt die New York Times. Dann raste der Trichter mit 300 Kilometern pro Stunde auf die Ortschaften nahe Oklahoma-City zu. Dann habe er mehr als 30 Kilometer zurückgelegt und die Städte Newcastle und Moore getroffen.

Und noch immer scheint die Gefahr neuer Wirbelstürme in der Region nicht gebannt. Der 'National Weather Service' ('Nationaler Wetter Dienst') gab erneut eine Unwetterwarnung für Texas bis Michigan, den Südwesten von Arkansas und den Nordwesten von Louisiana heraus. "Wir könnten eine dritte Runde bekommen", sagte CNN-Meteorologe Ivan Cabrera.

"Die ganze Stadt sieht aus wie ein Trümmerfeld"

Mehr als 300 Häuser seien zerstört worden, hieß es. In Moore brach die öffentliche Infrastruktur zusammen. Es gab kein fließendes Wasser. Nur Generatoren lieferten noch Strom. Gasgeruch lag in der Luft, nachdem Leitungen gerissen waren. Weil die Straßenbeleuchtung ausfiel, lagen die Trümmer in der Dunkelheit. Das verlangsamte die Suche nach Verschütteten, berichtete KFOR-TV. Rettungskräfte und Einwohner suchten mit Taschenlampen verzweifelt weiter.

"Die ganze Stadt sieht aus wie ein Trümmerfeld", sagte Moores Bürgermeister Glenn Lewis in einem TV-Interview. "Genau wie in dem Katastrophenfilm 'Twister', beschrieb ein Augenzeuge dem Sender CNN das Wirbelsturm-Chaos. Eine Frau erzählte, dass von ihrem Haus nur eine Wand stehen geblieben sei. "Alles andere ist weg", sagte die Augenzeugin unter Tränen.

Nach vorläufigen Berechnungen der Wetterbehörde hatte der Tornado die Stärke F4 - die zweithöchste Stufe auf der Schadensskala der Wirbelstürme. Bereits zum dritten Mal innerhalb von 15 Jahren wurde die Kleinstadt Moore nun von einem großen Tornado getroffen. Am 3. Mai 1999 tötete ein Wirbelsturm der Klasse F-5, der höchsten Kategorie, 36 Menschen. Der zweite Tornado schlug am 8. Mai 2003 zu, verursachte aber nur Sachschäden.