3 Zeugen sahen Mörder flüchten

Polizei erstellt Phantombild

Wer ist der Mann, der am vergangenen Sonntag in der Hannoveraner City eine 20-jährige Mutter auf offener Straße erstochen hat? Endlich gibt es eine konkrete Spur: Drei Männer meldeten sich bei der Polizei und gaben an, dass sie den Täter am Adventssonntag an der Einmündung Celler Straße/Kohlrauschstraße in Hannover, nur wenige Meter vom Tatort entfernt, flüchten sahen.

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Ist das Annikas Mörder?
Das Phantombild von Annikas mutmaßlichem Mörder

"Wir können bestätigen, dass sich bei uns drei Männer gemeldet haben, die den Mörder vom Tatort flüchten sahen und ihm auch direkt ins Gesicht schauten. Jetzt versuchen wir anhand der Zeugen-Aussagen ein Phantombild zu erstellen", sagte ein Sprecher der Polizei Hannover zu RTLaktuell.de, der namentlich nicht genannt werden wollte. Ersten Hinweisen zufolge soll der Täter zwischen 20 und 30 Jahre alt, sportlich und mit einer Kapuzenjacke bekleidet gewesen sein.

Von einer heißen Spur möchte die Polizei zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht sprechen: "Wir haben einen guten Ermittlungsansatz und sind zuversichtlich, dass wir mit dem Erstellen des Phantombildes den Täter überführen können", so der Sprecher weiter.

Fahndungserfolg dank Facebook

Die Polizei Hannover fahndet erstmals in einer Mordangelegenheit mithilfe des sozialen Netzwerks Facebook. "Wir nutzen Facebook bereits seit März diesen Jahres und haben gute Erfolge damit erzielt. Auch unsere drei Zeugen wurden durch das soziale Netzwerk auf den Fall Annika B. aufmerksam."

Außerdem hoffen die Ermittler Facebook-Freunde des Opfers finden. "Die Hoffnung ist natürlich in einem solchen Fall, dass das Opfer an fraglichem Sonntag noch mit jemandem gechattet hat und mitgeteilt hat, wohin sie gegangen ist", sagt Stefan Wittke von der Polizei Hannover. Da ein Großteil der 36.000 Nutzer der Polizei-Facebookseite unter 30 Jahre ist, sehen die Beamten angesichts des jungen Opfers gute Chancen auf einen Fahndungserfolg.

Auf der Polizei-Seite des sozialen Netzwerks veröffentlichen sie das Foto des Opfers, bisherige Ermittlungserkenntnisse und sogar konkrete Fragen: Wer hat möglicherweise einen flüchtenden Mann gesehen? Wer weiß, mit wem Annika B. zuletzt Kontakt hatte?

Die Mutter einer dreijährigen Tochter soll vor kurzem einer Freundin gesagt haben, dass sie sich verfolgt fühlt. Wenn mithilfe von Facebook die letzten Stunden im Leben von Annika B. zurückverfolgt werden könnten, wäre das für die Polizei ein möglicher Hinweis auf den Täter.

Familie und Freunde des Opfers sind fassungslos und stehen unter Schock. "Ich habe Angst um mein Kind, ich lasse sie gar nicht mehr alleine raus auf den Hof oder so, weil mir das zu gefährlich ist", erklärt Nachbarin Paola Astorina.


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