30-Jährigen gnadenlos ins Koma geprügelt

U-Bahn-Schläger vor Gericht Vier mutmaßliche Schläger stehen in Berlin vor Gericht, weil sie offenbar einen 30-Jährigen grundlos ins Koma prügelten.

Fast totgeschlagen für ein Handy und drei Euro

Es war ein Ausbruch fürchterlicher Gewalt: Vier Teenager zwischen 15 und 18 Jahren prügelten aus Hass auf Deutsche und Freude an der grundlosen Misshandlung Schwächerer in einer U-Bahn-Haltestelle in Berlin-Lichtenberg auf einen 30-jährigen Maler ein. So stark, dass der wehrlose Mann vier Wochen im Koma lag.

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Vor dem Berliner Landgericht hat jetzt der Prozess gegen die vier mutmaßlichen U-Bahn-Schläger begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft den Jugendlichen im Alter von 15 bis 18 Jahren versuchten Mord vor. Die Angeklagten hüllten sich zunächst in Schweigen, sie wollen sich später äußern, kündigte Verteidiger Dirk Lammer an.

Vor dem Prozessauftakt haben die Jugendlichen weitgehend gestanden. Sie bestritten aber einen Tötungsvorsatz, sagte Lammer am Rande des Prozesses. Das Motiv der Deutschenfeindlichkeit ist aus Sicht des Anwalts "nicht nachvollziehbar".

Rocker verhinderte Schlimmeres

Die Schüler mit ausländischen Wurzeln sollen die Tat am 11. Februar verübt haben. Für die Täter zahlte sich der Überfall auch nicht aus: Sie raubten ein Handy und drei Euro.

Notärzte retteten das Leben des 30-Jährigen, der schwerste Hirnverletzungen erlitt. Das Opfer, der Nebenkläger im Prozess ist, wird am kommenden Donnerstag als Zeuge erwartet. Sein Anwalt Christian Thomas wollte nicht sagen, wie es dem Handwerker gesundheitlich geht.

Auch der Begleiter des 30-Jährigen wurde verletzt. Der Mann konnte zunächst in Todesangst aus dem Bahnhof fliehen, wurde aber aufgespürt. Er erlitt zahlreiche Blutergüsse.

Nach Zeugenberichten hatte ein Rocker aus einer stadtbekannten Gang damals Schlimmeres verhindert. Er sei zum Tatort gekommen und habe den Jugendlichen seine Waffen gezeigt. Daraufhin seien die Täter geflohen.

Einem der Angeklagten werden weitere Gewalttaten vorgeworfen. Im Januar soll er einen Mann auf der Straße als Nazi beschimpft und misshandelt haben. Einen Monat später soll der Angeklagte einen Mann im U-Bahnhof Friedrichsfelde grundlos geschlagen haben.

Bildquelle: dpa bildfunk