4.000 Messstellen: 'Blitz-Marathon' erstmals grenzenlos

NRW-Innenminister Jäger sieht erste Erfolge

Die Neuauflage des 'Blitz-Marathons' gegen Tempo-Sünder im Straßenverkehr geht heute erstmals über NRW hinaus. Gemeinsam gehen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und die Niederlande 24 Stunden lang gegen Raser vor.

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'Blitz-Marathon NRW Niedersachsen Holland
Holland, Niedersachsen und NRW machen bei der Jagd auf Raser erstmals gemeinsame Sache. © dpa, Bernd Thissen

Mehrere tausend Polizisten sind seit 6.00 Uhr morgens an etwa 4.000 Kontrollstellen im Einsatz. Allein in NRW wird bei der Aktion an 3.335 Stellen kontrolliert. Mehr als ein Drittel davon gehen auf Vorschläge von Bürgern zurück. "Rasen hört nicht an Ländergrenzen auf. Überall ist zu hohe Geschwindigkeit der Killer Nummer eins", sagte NRW-Innenminister Ralf Jäger (SPD). Bislang ist die Aktion ruhig verlaufen, die Verkehrsteilnehmer seien offenbar gewarnt, so die Polizei.

Bis Ende September starben 15,4 Prozent weniger Menschen auf NRW-Straßen als im Vorjahreszeitraum. Das sind 73 Tote weniger. Auch die Zahl der Schwerverletzten sank nach Angaben des Innenministeriums um 682 oder 6,6 Prozent. "Statistisch lässt sich nicht belegen, welchen Anteil die verstärkten Polizeikontrollen an diesen Zahlen haben. Aber ich bin davon überzeugt, dass die öffentliche Diskussion um den 'Blitz-Marathon' einen wichtigen Beitrag dazu geleistet hat", sagte Jäger.

Polizeigewerkschaft verlangt neue Messmethode

Weil herkömmliche Blitzer in Autobahnbaustellen und Tunneln nicht funktionierten, forderte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) in NRW, dass die Polizei künftig im Kampf gegen Raser eine neue Messmethode, die 'Section Control', nutzen darf. Dabei wird die Durchschnittsgeschwindigkeit auf einem Streckenabschnitt ermittelt – und das häufige Abbremsen vor Blitzern unterlaufen. NRW solle sich dafür einsetzen, dass die Bundesregierung die rechtlichen Voraussetzungen für die Nutzung schaffe, verlangte die GdP.

Niedersachsens Innenminister Schünemann kämpft besonders gegen den Unfalltod auf Landstraßen. In seinem Land ist die Zahl der Verkehrstoten in den ersten drei Quartalen mit minus elf Prozent ebenfalls rückläufig. Die Zahl der Schwerverletzten aber stieg weiter an. "70 Prozent der schweren Unfälle registrieren wir auf Landstraßen wegen zu hoher Geschwindigkeit. Deshalb werden wir auch zukünftig auf das Problem hinweisen und weiter kontrollieren", sagte Schünemann.

Die niederländische Autobahnpolizei kontrolliert heute ebenfalls vermehrt, sagte deren Leiter Klok. Allerdings stehen die Autofahrer in den Niederlanden seit dem 1. September ohnehin unter besonderer Beobachtung: Die Höchstgeschwindigkeit war von 120 auf 130 Stundenkilometer angehoben worden, um eine europaweite Anpassung zu erreichen.