40 Jahre Artenschutz: Illegaler Handel mit Tieren boomt

35.000 Tier- und Pflanzenarten unter Artenschutz

Tiger, Elefanten, Schildkröten – sie alle sind vom Aussterben bedroht und durch das Washingtoner Artenschutzabkommen (Cites) vom 3. März 1973 geschützt. Rund 35.000 Tiere- und Pflanzenarten sind auf den Listen des Abkommens erfasst. In den vergangenen 40 Jahren konnten viele Arten vom Aussterben bewahrt werden, doch der illegale Handel ist noch immer ein Problem.

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Artenschutz, Washingtoner Abkommen
Von nur noch 60 Breitmaulnashörnern konnte der Bestand auf 20.000 gestärkt werden. © dpa, Holger Hollemann

So findet mancher Zöllner an deutschen Grenzen in Kisten gepferchte lebende Schildkröten aus Tunesien, in einem schmerzhaften Prozess entzogene Bärengalle aus Vietnam und sogar einen Leopardenschädel aus Simbabwe. Allein 2010 beschlagnahmte der Zoll laut Bundesamt für Naturschutz rund 1.526 Produkte. Oft stammen sie aus Afrika und Asien.

"Die Nachfrage steigt mit wachsendem Wohlstand", sagt Joe Walston, der Asiendirektor der Wildlife Conservation Society. Außerdem habe man es mit immer gefährlicheren Gegnern zu tun: "Immer öfter sind organisierte Banden und Militärmilizen am Werk", so Generalsekretär des Cites-Sekretariats, John Scanlon. Laut Bill Schaedla, Südostasiendirektor der Tierschutzorganisations Traffic, gibt es vermutlich nur noch 3.000 Tiger in freier Wildbahn, vor zehn Jahren waren es noch 5.000. Im Jahr 2012 töteten Wilderer 668 Nashörner, 2010 war es noch die Hälfte.

Und so steigt die Anzahl der unter Artenschutz stehenden Tiere: 1998 hatte die Naturschutzunion IUCN 169 Säugetiere auf der Liste der akut gefährdeten Arten, im vergangenen Jahr waren es 196. Auch die Anzahl der geschützten Reptilien- und Amphibienarten hat zugenommen.

"In 40 Jahren keine Art aufgrund von Handel ausgestorben"

Die 'Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora' (Cites) ist ein Abkommen und eine Organisation zugleich. Der Vorgänger, das Londoner Artenschutzabkommen von 1933, gewährleistete vor allem den Erhalt von Großwildarten. Das Washingtoner Abkommen hingegen regelt oder verbietet den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten, sodass das Überleben dieser nicht gefährdet wird.

"Ohne das Abkommen würde es Tiger und viele andere Säugetiere wohl in freier Wildbahn nicht mehr geben", sagt Schaedla. In vielen Ländern mangelt es an den finanziellen Mitteln, die die verschärften Kontrollen erschweren. Die Unfähigkeit der Behörden wird ausgenutzt. Doch um effiziente Verwaltungen aufzubauen und Grenz- und Sicherheitskräfte besser auszubilden, benötigt man Geld.

Dennoch konnten zum Jubiläum auch viele Erfolge verzeichnet werden: "Der größte Erfolg ist, dass in 40 Jahren keine einzige Art aufgrund von Handel mit Wildprodukten ausgestorben ist", sagt Scanlon. So hat sich der Bestand vieler Arten erholt: Von nur noch 60 Breitmaulnashörnern konnte der Bestand auf 20.000 gestärkt werden. Und auch der Bestand des Vikunjas, eine 1,50 Meter große Kamelart in Südamerika, konnte sich von 6.000 Stück auf 350.000 erholen.


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