42 Tote in Nigeria: Dutzende Schüler von mutmaßlichen Islamisten massakriert

07.07.2013 | 11:21
Das feige Attentat traf vor allem unschuldige Kinder im Schlaf. Schon im Mai wurden nigerianische Truppen unter anderem in den Bundesstaat Yobe verlegt, wo es immer wieder zu Anschlägen der Terrorsekte Boko Haram kommt.

Boko-Haram wird hinter der Tat vermutet

Das feige Attentat traf vor allem unschuldige Kinder im Schlaf. Bei einem Brandanschlag auf ein Internat in der nigerianischen Stadt Potiskum sind nach Angaben von Medizinern 42 Menschen getötet worden, die meisten davon Kinder, berichtet die Nachrichtenagentur AFP. Die Angreifer setzten laut Polizei mehrere Gebäude des Internats in Brand und schossen dann auf die vor dem Feuer flüchtenden Schüler. Mehrere Schüler hätten Brandverletzungen erlitten. Hinter dem Anschlag werden islamistische Aufständische der Terrorsekte Boko Haram vermutet.

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"Wir haben alle geschlafen. Als ich aufgewacht bin, richtete jemand eine Waffe auf mich", sagte der 15-jährige Musa Hassan der Nachrichtenagentur AP. Der Jugendliche habe bei dem Überfall vier Finger verloren. Zum Zeitpunkt des Anschlags sollen sich über 1.200 Kinder in dem Internat befunden haben. Viele seien in Panik in den nahe gelegenen Urwald geflohen. Wegen der starken Verbrennungen hätten viele Leichen noch nicht identifiziert werden können.

Terrorsekte verübt immer wieder Anschläge

Im Mai hat das Militär eine Offensive gegen die Terroristen gestartet, deren Name "Westliche Bildung ist Sünde" bedeutet. Seither gab es schon zwei Überfälle auf Schulen mit insgesamt 16 Toten. Insgesamt sind in Nigeria in den vergangenen Jahren bei Auseinandersetzungen zwischen Muslimen und Christen mehrere Tausend Menschen ums Leben gekommen.

Potiskum liegt im Bundesstaat Yobe im Nordosten des ölreichen afrikanischen Landes. Über Yobe und zwei weitere Bundesstaaten hatte Präsident Goodluck Jonathan zu Beginn der Offensive den Ausnahmezustand verhängt.

Bildquelle: dpa bildfunk