48,2 Grad in Australien: Buschfeuer zerstören ganze Dörfer

RTL-Reporter Niels Büngen berichtet aus Australien

Seit Tagen liegen die Temperaturen in Australien um die 40 Grad. Tausende Menschen fliehen vor Waldbränden. Eine Deutsche stirbt auf einer Wanderung. Experten fürchten einen Hitzerekord.

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RTL-Reporter Niels Büngen, Australien, Brände
RTL-Reporter Niels Büngen berichtet von den Buschfeuern und der Hitzewelle in Australien.

Die Hitze lässt die Menschen einfach nicht los. Es scheint, als sei das ganze Land ein riesiger Backofen. Doch die Touristen aus Deutschland und dem Rest der Welt sind es, die diese Wetterextreme oft unterschätzen. So ging es offenbar auch einer 31-jährigen Deutschen. Sie war auf dem Rückweg von einer Wanderung, als sie bei Temperaturen um die 41 Grad zusammenbrach und einen Herzstillstand erlitt. Ein tragischer Unfall, den gerade das ganze Land bewegt.

Gleichzeitig schauen die Menschen mit Sorge nach Tasmanien. Eine Trauminsel, die in diesen Tagen jedoch für Tausende Menschen zum Horror wird. In der Hauptstadt Tasmaniens, in Hobart, wurden 41,8 Grad gemessen - so heiß wie noch nie. Seit Tagen wüten dort die heftigsten Buschfeuer seit Jahrzehnten.

Mehr als 3.000 Menschen sind auf der Flucht oder suchen Schutz in Notlagern. Was viele von ihnen noch nicht wissen: Sie werden niemals in ihre Häuser zurückkehren können. Mindestens 100 Häuser brannten komplett nieder. Im Ort Dunalley soll die Schule, die Polizeiwache und eine Tankstelle abgebrannt sein. Dort sieht es aus wie nach einem Bombenangriff. Die Retter evakuierten die Einwohner und Touristen aus den Fischerdörfern mit Booten. Wie viele deutsche Urlauber darunter sind, ist noch nicht bekannt.

Wetterbesserung ist nicht in Sicht

Hier in Melbourne, wo ich lebe, schwitzen die vier Millionen Menschen ebenfalls. Ich lebe in einem Vorort von Melbourne, in einem Haus ohne Klimaanlage. An Schlaf ist da nicht zu denken, denn oft sinken die Temperaturen auch nachts nicht unter 25 Grad. Nur in Westaustralien war es noch wärmer, 48,2 Grad.

Eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht - ganz im Gegenteil. Wetterexperten rechnen mit einer nie dagewesenen Hitzewelle mit extremer Trockenheit. In vier Bundesstaaten brennt es schon. Selbst die Regierungschefin Julia Gillard twittert: "Passt auf euch auf und bringt euch in Sicherheit!" Erinnerungen werden wach an den sogenannten 'Black Saturday', einem Samstag vor vier Jahren, an dem 173 Menschen bei Buschfeuern starben.

Manche fürchten sogar, dass der ewige Hitzerekord von Australien in den nächsten Tagen gebrochen wird. Der liegt bei 50,7 Grad, im Schatten.