50 Jahre deutsch-französischer Freundschaftsvertrag

Merkel und Hollande feiern Freundschaft

50 Jahre deutsch - französische Aussöhnung: Was 1962 von Konrad Adenauer und Charles de Gaulles in der Kathedrale zu Reims begonnen hat, ist ein halbes Jahrhundert danach eine Selbstverständlichkeit. Beide Länder sind eng verbunden und quasi der Motor der Europäischen Union.

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50 Jahre deutsch-französische Freundschaft
Merkel und Hollande feiern in Reims den 50. Jahrestag der deutsch-französischen Aussöhnung. © dpa, Christophe Karaba

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident François Hollande haben in Reims die Feierlichkeiten zum 50. Jahrestag der deutsch-französischen Versöhnung eröffnet. Die beiden Spitzenpolitiker trafen sich dazu an der Kathedrale der nordfranzösischen Stadt und schüttelten bei ihrer Ankunft Zuschauern die Hände.

Merkel würdigte in einer Rede das Wirken von Konrad Adenauer und Charles de Gaulle für die Verständigungspolitik zwischen den einstigen Kriegsgegnern Frankreich und Deutschland. Beide Staatsmänner hätten vor 50 Jahren nach dem dunklen Kapitel der Geschichte damit begonnen, ein "Bauwerk der deutsch-französischen Freundschaft" zu errichten, sagte Merkel. Sie nannte das Treffen mit Hollande "ein wunderbares Zeichen des vertrauensvollen Miteinanders unserer Länder und Völker". Auf Französisch sagte sie: "Es lebe die deutsch-französische Freundschaft."

Hollande hob die Bedeutung einer engen Kooperation beider Länder gerade in der aktuellen Euro-Schuldenkrise hervor. "Eine Freundschaft muss bewahrt werden und eine Freundschaft muss gepflegt werden", sagte er an der Seite von Merkel. "Unsere Freundschaft beflügelt Europa." Sie könne helfen, die aktuellen Herausforderungen wie die Verteidigung der Gemeinschaftswährung oder in der Energiepolitik zu bestehen.

Hollande warnte zugleich vor den Gefahren der Euro-Schuldenkrise. "Wir sind in einer Bewährungsprobe in Europa." Diese werde nicht die letzte sein. Aber: "Sie kann Gelegenheit dafür sein, dass wir einen neuen Aufschwung erleben, dass wir einen neuen Anfang finden." Ziel sei eine "solidarische Integration" in Europa.

Friedhof-Schändung überschattet Gedenkfeier

Überschattet wurde die Gedenkfeier von der Schändung eines deutschen Soldatenfriedhofs im bei Reims gelegenen Saint-Etienne-à-Arnes. Nach Angaben des Innenministeriums in Paris wurden dort etwa 40 Holzkreuze umgeworfen oder herausgerissen. Einige wurden für ein Lagerfeuer benutzt, erklärte die Präfektur des Départements Ardennes.

Von den Tätern fehlte zunächst jede Spur. In der Nähe seien sehr viele Bier- und Alkoholflaschen gefunden worden, hieß es. Der Friedhof mit rund 12.000 Gräbern liegt knapp 40 Kilometer von Reims entfernt. Die meisten der dort beerdigten Toten sind deutsche Soldaten.

Zur Erinnerung an das historische Treffen eröffnen Merkel und Hollande eine Ausstellung mit dem Titel 'Konrad Adenauer und Charles de Gaulle. Von der deutsch-französischen Aussöhnung zur Partnerschaft'.

Das Treffen zwischen Merkel und Hollande ist das erste nach dem EU-Gipfel zur Schuldenkrise Ende Juni. In dessen Vorfeld hatten sich die beiden Politiker harte Auseinandersetzungen über Lösungswege geliefert.