71-Jähriger gesteht Schüsse auf Wolf

25.04.2012 | 12:49
Westerwald Schüsse Wolf 71-Jähriger Spaziergänger hatten den Wolf-Kadaver am Wochenende gefunden.

Mann stellt sich der Polizei

Ein 71-Jährige hat offenbar einen Wolf im Westerwald erschossen. Bei dem Mann handelt es sich um einen Jäger aus dem Raum Köln. Er habe eine Berechtigung gehabt, sich in dem Revier aufzuhalten, so die Polizei. Der Schütze gab an das Tier für einen Hund gehalten zu haben, der Rehe hetzte. Nachdem er mit seinem Jagdgewehr geschossen habe, sei das Tier davongelaufen. Er habe vermutet, es verfehlt zu haben. Erst in den Medien habe er dann vom Tod des Tieres erfahren.

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Spaziergänger hatten den Wolfs-Kadaver am Samstag gefunden. Ein Gentest soll klären, ob es sich tatsächlich um einen Wolf handelt. "Wir gehen zu 99 Prozent davon aus, dass es sich bei dem toten Tier um den Wolf handelt", sagte ein Sprecher des Landesjagdverbands Rheinland-Pfalz.

Experte: Dem Täter droht eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren

Laut Polizei wurde das Tier mit einer großkalibrigen Waffe erschossen. Es dürfte sich um den Wolf handeln, der erst Ende Februar bei Steimel im Kreis Neuwied im Westerwald entdeckt und fotografiert worden war. Es war die erste mit Bildern belegte Sichtung eines solchen heulenden Zeitgenossen seit 123 Jahren auf dem Gebiet des heutigen Rheinland-Pfalz.

Bevor die Identität des mutmaßlichen Schützen bekannt wurde, hatte der Naturschutzbund Deutschland (Nabu) bei der Staatsanwaltschaft Koblenz Strafanzeige gegen Unbekannt gestellt. "Die Tötung des Wolfes ist eine hinterhältige Tat", sagte Nabu-Bundesgeschäftsführer Leif Miller. Naturschutzreferent Olaf Strub vom Nabu Rheinland-Pfalz sagte, bei Wölfen handele es sich um eine streng geschützte Tierart. Dem Täter drohe eine Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren.

Bildquelle: dpa bildfunk