80-Jährige in Rastatter Altenheim vergewaltigt: War es ein Racheakt?

"Möglicherweise hatte er Streit mit seiner Freundin"

Der Fall ist schockierend: Eine 80 Jahre alte Frau wurde in einem Altenheim in Rastatt (Baden-Württemberg) stundenlang bedroht und missbraucht. Jetzt haben die Ermittler erste Anhaltspunkte für das Motiv des mutmaßlichen Täters gefunden. Der 42-Jährige ging wohl gezielt zu der Seniorin, bei der es sich um eine Verwandte seiner Lebensgefährtin handelt. "Möglicherweise hatte er Schwierigkeiten mit seiner Freundin – und er wollte sich deshalb an der Frau rächen", sagte Staatsanwalt Michael Klose.

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Seniorenheim in Rastatt
In einem Seniorenheim in Rastatt wurde eine 80-Jährige stundenlang missbraucht, möglicherweise aus Rache. © dpa, Uli Deck

Der Mann drang, ausgerüstet mit Messer und Klebeband, in das Zimmer einer 80-Jährigen ein und quälte sie 24 Stunden. Zuerst bedrohte er die Frau zerschnitt ihre Kleider und zwang sie immer wieder zu sexuellen Handlungen. Das Opfer konnte sich erst befreien, als der betrunkene und übermüdete Täter eingeschlafen war.

Die 80 Jahre alte Frau lebt als Selbstversorgerin in dem Altenheim, daher schaute niemand regelmäßig nach ihr. Während ihres Martyriums soll sie sogar Kontakt mit Leuten der Anlage gehabt haben, aus Angst rief sie anscheinend aber nicht um Hilfe. "Wir sind alle geschockt", sagte ein Sprecher des DRK-Landesverbandes. Unklar ist noch immer, warum das Geschehen so lange unbemerkt bleiben konnte.

Der Mann befindet sich nun in Untersuchungshaft, ihm werden schwere Vergewaltigung und Geiselnahme vorgeworfen. Die Ermittler prüfen nun die Schuldfähigkeit des Mannes, er soll auch auf psychische Erkrankungen untersucht werden.


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