A7 nahe Rendsburg: Karambolage auf vereister Fahrbahn

Unwetter ziehen nun Richtung Osten

Hagel, Blitz und Donner haben in der Nacht Chaos in Teilen Deutschlands verursacht - vor allem im Norden, wo die Fahrbahn der Autobahn 7 nahe Rendsburg vereiste. Die Fahrer verloren die Kontrolle über ihre Autos, es kam zu einer Karambolage auf der spiegelglatten Fahrbahn, bei der eine Frau lebensgefährlich verletzt wurde. Drei weitere Menschen erlitten leichte bis schwere Verletzungen.

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A7 Rendsburg Massenkarambolage
"Nach einem starken Hagelschauer war die Fahrbahn innerhalb kurzer Zeit vereist und spiegelglatt", so ein Polizeisprecher. © dpa, Sebastian Iwersen

Als erstes stieß ein Sattelzug mit einem Auto zusammen, sieben weitere Fahrzeuge fuhren auf die Unfallstelle auf. Die A7 wurde daraufhin in Richtung Dänemark gesperrt.

In Hessen tobte das Gewitter vor allem über Fulda. Die Wucht der Wassermassen war so stark, dass Gullideckel herausgedrückt wurden. Bis zu 40 Liter Niederschlag pro Stunde und Quadratmeter wurden gemessen. Auch die Bahnhofshalle stand am Donnerstagabend unter Wasser. Die Feuerwehr rückte zu 30 Unwettereinsätze aus. Die Retter pumpten etliche geflutete Keller leer, wie die Polizei mitteilte. Zudem wurden mit rund 100 Blitze in einer Stunde außergewöhnlich viele registriert, die den Himmel hell erleuchteten. Nach rund einer Stunde zog die Gewitterfront weiter. Es gab keine Verletzten.

Ein Blitzschlag setzte ein Wohnhaus in Duderstadt in Brand. Der Dachstuhl sei bei dem Feuer vollkommen zerstört worden, teilte die Polizei in Göttingen mit. Die Feuerwehr konnte die alleine anwesende 65-jährige Bewohnerin und deren Hund unverletzt aus dem Gebäude bergen. Der Sachschaden wurde auf rund 40.000 Euro beziffert.

Gewitter ziehen Richtung Osten

In Nürnberg tobte in den Abendstunden ein Hitzegewitter mit Hagel, Blitz und Donner. Wie die Feuerwehr weiter mitteilte, wurden etliche Häuser abgedeckt. Abgeknickte Bäume blockierten Straßen, herabfallende Äste beschädigten Autos und Gebäude. Umgeknickte Bäume hingen in der Oberleitung der Bahn und lösten Kurzschlüsse aus. Die Feuerwehr rückte zu 160 Einsätzen aus. Es blieb bei Sachschäden.

Zuvor war Tief 'Zeynep' über Frankreich gezogen. Nordöstlich von Toulouse wurde eine Camperin getötet, als ein Baum auf ihren Wohnwagen fiel. In Biras westlich von Bordeaux kam eine 63-Jährige beim Einsturz eines Scheunendachs ums Leben. Im Südwesten des Landes waren mehr als 50.000 Haushalte vorübergehend ohne Strom. In Paris ließ die Stadtverwaltung vorsorglich Parks und Friedhöfe schließen.

In Deutschland ziehen die Gewitter nun weiter. Heute sind vor allem im Osten Unwetter möglich. Die können Starkregen bis 30 Liter pro Quadratmeter in einer Stunde, mit großkörnigem Hagel bis 3 Zentimeter und teilweise schwere Sturmböen, vereinzelt auch orkanartige Böen, mitbringen.

Im Westen ist es dann schon wieder ruhiger, auch wenn immer noch einzelne Gewitter möglich sind. Am Wochenende ziehen im Süden und Südosten weitere Gewitter mit Starkregen durch, die örtlich auch wieder Unwetterpotential haben.