"Abwertendes Frauenbild" - CDU-Politikerin fordert Burka-Verbot

Klöckner: "Abwertendes Frauenbild"

In Frankreich, Belgien und der Schweiz ist das Tragen einer Burka in der Öffentlichkeit verboten. Jetzt fordert die rheinland-pfälzische CDU-Landespartei- und Landtagsfraktionschefin Julia Klöckner das Gleiche für Deutschland. Die Vollverschleierung stehe für sie nicht für religiöse Vielfalt, sondern für ein abwertendes Frauenbild, sagte Klöckner der 'Rheinischen Post' (RP). "Frauen müssen verhüllt werden, weil sie Grund zum Anstoß geben. Aber nicht die Frau, sondern der männliche Betrachter, der dem Anblick nicht standhält, ist dabei doch das Problem." Hinzu komme, dass es zu einer offenen Gesellschaft gehöre, jemandem auch offen ins Gesicht schauen zu können. "Ich bin dafür, dass Vollverschleierung verboten wird", sagt Klöckner.

- Anzeige -
CDU-Politikerin fordert Burka-Verbot
Trägt eine Frau eine Burka, ist ihr ganzer Körper verdeckt. Nur die Augen sind zu sehen. © dpa, Boris Roessler

Die Chefin der Frauenunion Düsseldorf, Sylvia Pantel, unterstützt die Forderung. Es sei ein Unding, wenn eine vollverschleierte Frau in einer freiheitlichen Gesellschaft vor ihrem Gegenüber nicht zu identifizieren sei, sagte sie laut dem Bericht.

SPD sieht keinen Handlungsbedarf

Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete Jens Spahn hatte bereits ein Verbot gefordert. Laut der Wochenzeitung 'Die Zeit' könne er es nicht akzeptieren, dass Frauen sich nur komplett verhüllt in der Öffentlichkeit aufhalten dürfen. "Ich weiß, dass viele Muslime in Deutschland hart arbeiten, eine Familie gründen und etwas aufbauen wollen. Viele leben im positiven Sinne konservative Werte. […] Diese Menschen sind eine Bereicherung für unser Land. Aber es gibt eben auch vieles andere, das im Namen des Islams oder der Tradition geschieht. […] Wer den Koran wortwörtlich auslegt und beispielsweise die Gleichberechtigung der Frau nicht anerkennt, gehört eher nicht zu Deutschland", so Spahn.

Den Gegenpol bildet SPD-Bundesabgeordnete Kerstin Griese: Da weniger als 0,1 Prozent der Musliminnen in Deutschland vollverschleiert seien, sehe sie im Moment keinen gesetzgeberischen Handlungsbedarf. In der RP behauptet Griese, dass betroffene Einrichtungen meistens in der Lage seien, für Lösungen zu sorgen, wenn die Burka zu Problemen im Alltag führen würde. "Zur gelingenden Integration gehört es, dass man sich in die Augen sehen kann, wenn man miteinander spricht." Dementsprechend würde ein Burka-Verbot nicht helfen.