Acht Kinder bei Attentat auf indisches Konsulat in Afghanistan getötet

Kinder starben beim Koranstudium in der Moschee

Bei einem Selbstmordanschlag auf das indische Konsulat in der ostafghanischen Stadt Dschalalabad sind acht Kinder in einer nahe gelegenen Moschee getötet worden. Auch ein erwachsener Zivilist und die drei Attentäter seien ums Leben gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Nangarhar, Scharifullah Amin. 22 Menschen seien bei dem Anschlag in der Provinzhauptstadt verletzt worden.

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Bei dem Anschlag auf das indische Konsulat kamen in einer nahe gelegenen Moschee acht Kinder ums Leben. © REUTERS, PARWIZ

Aus der indischen Botschaft in Kabul hieß es, Inder seien nicht zu Schaden gekommen. Die Wucht der Detonation habe lediglich die Fensterscheiben des Konsulats zerstört.

"Das Ziel der Attentäter war das indische Konsulat in Dschalalabad, aber sie wurden von der Polizei rund 100 Meter vor dem Konsulat identifiziert und zündeten ihren Sprengstoff in der Nähe einer Moschee", sagte Amin. In dem Gotteshaus seien Kinder zum Koranstudium versammelt gewesen.

Die USA hatten am Freitag vor der Gefahr von Anschlägen der Extremisten-Organisation Al-Kaida und mit ihr verbündeter Islamisten vor allem im Nahen Osten und in Nordafrika gewarnt. Am Sonntag sollen deswegen 21 US-Botschaften und Konsulate in den Regionen geschlossen bleiben, auch die Vertretung in der afghanischen Hauptstadt Kabul. Mehrere westliche Länder folgten dem teilweise. Deutschland öffnet seine Botschaft im Jemen am Sonntag und Montag nicht.

Wieder mehr Tote in Afghanistan im ersten Halbjahr

Die indische Regierung verurteilte den Anschlag und erhob indirekt Vorwürfe gegen Pakistan. "Dieser Angriff hat ein weiteres Mal gezeigt, dass die Hauptbedrohung für Afghanistans Sicherheit und Stabilität vom Terrorismus und der Terrormaschinerie herrührt, die weiterhin von hinter der Grenze aus arbeitet", teilte das Außenministerium in Neu Delhi mit. Indien werde sich durch den Anschlag nicht von seiner Hilfe für Afghanistan abbringen lassen.

Die Taliban wiesen jede Verantwortung für den Anschlag zurück. Zuvor hatten sie die ausländischen Truppen vor der geplanten Nato-Folgemission in Afghanistan nach dem Auslaufen des internationalen Kampfeinsatzes Ende 2014 gewarnt. "Wir akzeptieren die Anwesenheit ausländischer Invasionssoldaten unter keinen Umständen", sagte Taliban-Sprecher Sabiullah Mudschahid. Die Kämpfe gegen die internationalen Truppen würden dann fortgesetzt.

Die indische Botschaft in Kabul war 2008 und 2009 zum Ziel von Selbstmordanschlägen geworden. Insgesamt wurden bei den beiden Attentaten mehr als 70 Menschen getötet. 2008 waren unter den Toten auch vier Inder. Indien ist traditionell ein Gegner der Taliban, deren Ende 2001 gestürztes Regime vom indischen Erzfeind Pakistan unterstützt worden war.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Zahl der getöteten Zivilisten in Afghanistan im ersten Halbjahr 2013 verglichen mit dem Vorjahreszeitraum wieder um 14 Prozent angestiegen. Für die meisten der 1:319 Toten machten die UN Aufständische wie die Taliban verantwortlich.