Acht Stimmen vorn: Romney gewinnt in Iowa

Republikaner-Patt in Iowa: Romney und Santorum gleichauf Mitt Romney (l.) und Rick Santorum (r.) lagen bei der ersten Vorwahl der Republikaner fast gleichauf.

Obama-Herausforderer gesucht: Auch Paul vorn dabei

Mit nur acht Stimmen Vorsprung hat Mitt Romney die erste Vorwahl der US-Republikaner zur Kür ihres Präsidentschaftskandidaten für sich entschieden. Der frühere Gouverneur von Massachusetts lieferte sich bei der Abstimmung im US-Bundesstaat Iowa ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem sozial-konservativen Ex-Senator Rick Santorum. Am Ende entfielen 30.015 Stimmen auf Romney und 30.007 Stimmen auf Santorum, wie die Republikaner am frühen Mittwochmorgen mitteilten. Auf Platz drei landete der liberalistische Kongressabgeordnete Ron Paul. Abgeschlagen folgte der frühere Präsident des Repräsentantenhauses, Newt Gingrich, vor dem Gouverneur von Texas, Rick Perry.

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Perry kündigte nach der enttäuschenden Platzierung an, seine Kandidatur überdenken zu wollen. "Ich habe mich entschieden nach Texas zurückzukehren, um die Ergebnisse der Vorwahl auszuwerten und zu entscheiden, ob es für mich in diesem Rennen noch nach vorne gehen kann", sagte der 61-Jährige, der durch einige Aussetzer bei Fernsehdebatten seine gute Ausgangslage verspielt hatte. Eine mit Perrys Kampagne vertraute Person sagte, dass dem Texaner das Geld ausgehe und er nicht bereit sei, sich zu verschulden.

"Es wird eine große Schlacht"

Der Sieger in dem ländlichen Bundesstaat Iowa kann hoffen, die riesige Schar Unentschlossener auf seine Seite zu ziehen. Vor vier Jahren markierte auch der jetzige demokratische US-Präsident Barack Obama in Iowa mit einem überraschenden Sieg gegen Hillary Clinton den Beginn seiner erfolgreichen Kampagne. Obama wollte den republikanischen Kandidaten in diesem Jahr nicht ganz das Feld überlassen und richtete sich mit einer Videobotschaft an seine Anhänger in Iowa und stimmte sie auf den anstehenden Wahlkampf ein. "Es wird eine große Schlacht", sagte Obama.

Für die Verlierer im republikanischen Feld wird es schwer, den Schwung im Wahlkampf zu halten. Einige Bewerber könnten daher nach dieser Abstimmung oder nach der zweiten Vorwahl aufgeben. Diese findet in einer Woche in New Hampshire statt. Mit einer Vorentscheidung wird erst am "Super Tuesday" Anfang März gerechnet, wenn auf einen Schlag in mehreren Bundesstaaten abgestimmt wird. Formell gekürt wird der Präsidentschaftskandidat der Republikaner, der bei der Wahl im November gegen den demokratischen Amtsinhaber Barack Obama antreten soll, dann Ende August beim Parteitag in Florida.

Wenige Stunden nach dem Auftakt im Kampf um die US-Präsidentschaftskandidatur der Republikaner lichtet sich einem Medienbericht zufolge bereits das Feld der Bewerber. Die einzige Frau unter den bislang sieben Anwärtern, Michelle Bachmann, beende ihre Kampagne, meldete der Fernsehsender CNN. Bachmann, die als eine Favoritin der erzkonservativen Tea-Party-Bewegung galt, hatte im Bundesstaat Iowa bei der ersten Vorwahl den sechsten Platz belegt. Der Gouverneur von Texas, Rick Perry, kündigte an, seine Bewerbung zu überdenken, nachdem er lediglich den fünften Platz belegt hatte.