Achtung: Betrüger verschicken gefälschte Abmahnungen per Mail

E-Mails mit gefährlichem Computer-Virus im Anhang
Öffnen Sie auf keinen Fall die zip-Datei im Anhang der Betrüger-Mails. © picture-alliance / dpa/dpaweb, Kay_Nietfeld

Gefährlicher Computer-Virus im Anhang

Achtung, Abmahn-Falle: Ob von C&A, H&M, oder Otto – seit einigen Wochen landen vermehrt Fake-Abmahnungen in deutschen Mail-Postfächern. Die vermeintlichen Schreiben der Online-Shops drohen mit Inkasso-Eintreibern, falls der offene Rechnungsbetrag nicht beglichen wird. Die Kontodaten stünden angeblich im Anhang. Öffnet man die Datei, fängt man sich einen gefährlichen Trojaner ein.

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"Lieber Kunde, leider haben Sie auf unsere Zahlungsforderung bisher weder durch Zahlung noch durch eine Erklärung für das Ausbleiben dieser reagiert. Wir schenken Ihnen jedoch noch eine letzte Chance, Ihre vertragliche Verpflichtung zu erfüllen, indem Sie unverzüglich die ausstehende Summe in Höhe von 789,00 EURO an uns überweisen. Die Kontodaten finden Sie im Anhang." So steht es beispielsweise in einer gefälschten Abmahnung im Namen des C&A-Onlineshops.

Die Aufmachung der Mails ist raffiniert. Alle Texte umreißen das Anliegen nur kurz. Um Einzelheiten des Vertragsabschlusses oder rechtliche Hinweise zu erfahren, muss die angehängte zip-Datei geöffnet werden, in der sich ein Computer-Virus versteckt. Auch wenn die Opfer vielleicht noch nie in dem genannten Shop bestellt haben, werden sie trotzdem oft nervös. "Ich stehe unter Schock, mein Herz rast", schreibt beispielsweise eine Betroffene in einem Forum. C&A selbst warnte bereits auf seiner Website vor den Betrugs-Mails und erstattete Anzeige.

Auch die Verbraucherzentrale Niedersachen hat auf die Mails mit den gefährlichen zip-Anhängen hingewiesen. "Zahlen Sie nicht! Rufen Sie die angegebene teure Rufnummer nicht an und öffnen Sie niemals solche zip-Anhänge. Löschen Sie E-Mails dieser Art komplett von Ihrem Rechner", so die Zentrale auf ihrer Homepage. Neben Abmahnungen sollen auch gefälschte Bestellungen und Rechnungen im Umlauf sein.

So entlarven Sie die Betrugs-Mails

Bei genauerem Hinsehen können Empfänger die dubiosen Nachrichten aber entlarven. Die E-Mailadresse stimmt häufig nicht mit dem in der Mail genannten Absender überein. In einem Beispiel heißt der Absender Marvin Hoffmann, die Mailadresse lautet aber: ka1656-237@online.de. Es gibt also auch keinen Hinweis auf das Unternehmen C&A in der Absenderadresse.

Hinzu kommen Rechtschreibfehler und sprachliche Ungenauigkeiten. Die niedersächsische Verbraucherzentrale weist außerdem darauf hin, dass Städte, Postleitzahlen und Vorwahlen oft bunt durcheinander gemischt seien. Bei seriösen E-Mails werden die Empfänger darüber hinaus immer mit Klarnamen und nicht mit "Lieber Kunde" angesprochen.

Generell sind Abmahnungen per E-Mail aber rechtens, urteilte das Landgericht Hamburg im Sommer 2009. Geklagt hatte ein Betreiber eines Internetportals, der angab, die E-Mail nie bekommen zu haben. "Nach zutreffender Ansicht trägt das Risiko, dass die Abmahnung auf dem Postweg verloren geht, der Abgemahnte, da es sich bei der Abmahnung letztlich um eine Wohltat für den Schuldner handelt, der auf diese Weise Gelegenheit erhält, die Angelegenheit kostengünstig beizulegen", so das Gericht. Es wird daher empfohlen, regelmäßig in den Spamfilter zu schauen, ob wichtige Mails von der Firewall zurückgehalten wurden.


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