ADAC: 20 Prozent des Autobahnnetzes marode – Autofahrer wollen nicht blechen

23.08.2013 | 16:40
Straßenbau Vignette PKW Maut Autobahnen Straßen Steuer 20 Prozent der deutschen Autobahnen sind dem ADAC zufolge in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand.

Studie: Großes Misstrauen gegen Verkehrspolitik

Die deutschen Straßen sollen sicherer werden: 20 Prozent des deutschen Autobahnnetzes sind in schlechtem oder sehr schlechtem Zustand, berichtet der ADAC. Auch 40 Prozent der Straßen und rund ein Viertel der Brücken müsse saniert werden. Einer neuen Umfrage des Autoclubs ADAC zufolge fordern 86 Prozent der deutschen Autofahrer, dass mehr Geld in den Straßenbau investiert wird. Doch dafür soll nicht der Steuerzahler blechen.

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Eine PKW-Vignette oder -Maut, wie Horst Seehofer (CSU) sie gefordert hat, würden die Autofahrer strikt ablehnen, so der ADAC. Nur 28 Prozent würden weitere Kostenbelastungen wie eine Maut oder höhere Steuersätze befürworten, so das Ergebnis der von TNS Infratest im Juli und August durchgeführten Studie mit 2.800 Menschen.

Das Misstrauen der Deutschen gegen die Verkehrs-Politik sehr hoch, so der ADAC. Über zwei Drittel der Befragten rechneten nicht damit, dass ihre Abgaben tatsächlich für die Verbesserung der Infrastruktur ausgegeben würden, so der Bericht.

Fehlendes Vertrauen zu Recht? Für den Straßenbau würden jährlich 53 Milliarden Euro an Kfz- und Mineralölsteuer an den Staat fließen, so der ADAC. Allerdings würden nur 19 Milliarden davon für den Straßenbau ausgegeben. "Die Gelder müssen endlich dort ankommen, wo sie Kraft Gesetz hingehören - in und auf die Straße", forderte ADAC-Präsident Peter Meyer. Aus Sicht der Autofahrerlobby ist die Maut nicht nötig. Es gebe genug Geld, um die Investitionslücke zu schließen, sagte Meyer.

Bildquelle: dpa bildfunk