AfD will Homo-Ampeln in Hamburg stoppen – muslimische Gefühle verletzt?

In Wien sind die Homo-Ampeln längst angekommen - in Hamburg wird noch diskutiert.
Homosexuelle Ampelfigürchen an der 'Wiener Stadthalle'. © dpa, Julian Stratenschulte

AfD: Straßenverkehr darf kein "Spiegelbild für Gender-Ideologien sein"

In Wien waren sie zuerst, bald halten sie auch in München Einzug und auch Hamburg erwägt, sie in die Stadt zu holen. Die Rede ist von homosexuellen Ampelpärchen. Hamburgs zweite Bürgermeisterin Katharina Fegebank hatte sich jüngst als Fan geoutet. "So ein paar 'Vielfalt-Ampelfiguren' als Signal der Solidarität mit Schwulen und Lesben könnte sicher jeder verkraften", schrieb die 38-Jährige bei Facebook. Derzeit wird in der Hansestadt geprüft, ob sich das Vorhaben beispielsweise zum Christopher-Street-Day Ende Juli realisieren lässt. Doch dagegen regt sich massiver Widerstand aus den konservativen Reihen.

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Wie die 'Welt' berichtet, hat die hiesige 'Alternative für Deutschland'-Fraktion den Senat per Antrag aufgefordert, sämtliche Pläne in diese Richtung zu stoppen oder gar nicht erst anzugehen. Der Straßenverkehr dürfe "kein Spiegelbild für Gender-Ideologien" sein oder den Interessen einzelner Bevölkerungsgruppen dienen, zitiert das Blatt aus dem Dokument. Dies würde wohlmöglich eine Art Dominoeffekt auslösen, so die Argumentation der AfD. Immerhin könnten dann auch Rollstuhlfahrer einen Ampelplatz verlangen. Oder muslimische Mitbürger.

Muslime könnten sich durch Motive "beleidigt fühlen"

Als letzten Punkt führt die AfD laut 'Welt' nämlich an, diese könnten sich durch die händchenhaltenden Figuren gleichen Geschlechts "beleidigt fühlen beziehungsweise eigene Piktogramme fordern". Die Hansestadt habe "wichtigere Probleme als die Übernahme dieses Wiener Projekts", heiße es weiter in dem Antrag. "Wenn durch Bilder Assoziationsketten geschaffen werden", bestünde zudem die Gefahr der Ablenkung. Über den Antrag wird der Zeitung zufolge voraussichtlich in der Bürgerschafts-Sitzung am 24. Juni abgestimmt.

Auch aus der CDU-Bürgerschaftsfraktion gab es Kritik an dem Projekt. "Neue Ampelmotive tragen weder etwas zur Lösung der realen Verkehrsprobleme in Hamburg bei noch sind sie ernsthaft ein wirksamer Beitrag zur Gleichstellungspolitik", kritisierte deren verkehrspolitischer Sprecher Dennis Thering.

In München werden zum CSD, der dort am 04. Juli beginnt, schwule Ampelmännchen und lesbische Ampelfrauen aufleuchten. Die bayerische Stadt nimmt sich damit ein Beispiel an Wien, wo Ampelpärchen - schwul, lesbisch oder hetero - künftig an rund 50 Ampeln den Weg weisen sollen. "Zum diesjährigen CSD werden schwule, lesbische und Hetero-Paarmotive an einigen zentral gelegenen Ampeln aufleuchten", teilte SPD-Stadtrat Christian Vorländer damals mit. Die speziellen Scheiben würden insgesamt rund 10.000 Euro kosten und könnten immer wieder verwendet werden. Wo genau und wie lange sie angebracht werden, sei noch nicht entschieden.


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