Afghanistan: Junge US-Diplomatin stirbt bei Selbstmordanschlag

07.04.2013 | 15:20
Afghanistan, Taliban, Anne Smedinghoff, John Kerry, US-Diplomatin Die junge US-Diplomatin Anne Smedinghoff starb durch einen Selbstmordanschlag der Taliban in der südafghanischen Provinz Zabul.

"Die Welt hat eine wahrhaft wundervolle Seele verloren"

Blutiger Samstag in Afghanistan: Bei einem Selbstmordanschlag sind fünf US-Bürger getötet worden, darunter zwei Soldaten, drei Zivilisten und ein afghanischer Arzt. Unter den Opfern ist auch die 25-jährige Diplomatin Anne Smedinghoff. Die Amerikaner seien in einem Fahrzeugkonvoi in der Provinz Zabul an der Grenze zu Pakistan unterwegs gewesen, als der Sprengsatz detonierte, erklärte US-Außenminister John Kerry. Smedinghoff hatte Kerry bei seinem letzten Afghanistan-Besuch als Beraterin begleitet.

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Nato-Angaben zufolge befand sich auch Provinz-Gouverneur Mohammed Aschraf Naseri in dem Konvoi. Er sei unverletzt geblieben. Die Gruppe, bestehend aus Soldaten, Diplomaten und afghanischen Offiziellen, befand sich auf dem Weg zu einer Schuleröffnung in der Unruheprovinz Zabul im Süden Afghanistans. Zu dem Anschlag bekannten sich die radikal-islamischen Taliban. Nach ersten Angaben hatte sich der Selbstmordattentäter auf der Straße in die Luft gesprengt, als der Konvoi ihn passierte.

Smedinghoffs Eltern veröffentlichten noch in der Nacht eine berührende Erklärung, die der 'Chicago Tribune' abdruckte. "Die Welt hat heute eine wahrhaft wunderbare Seele verloren. Unser einziger Trost ist, dass sie das getan hat, was sie liebte und ihrem Land diente, um die Welt ein bisschen besser zu machen", schrieben die Eltern Tom und Mary Beth.

Auch im Weißen Haus reagierte man bestürzt auf die traurige Nachricht aus Afghanistan. Kerry sagte, er habe die Frau bei seinem Besuch in Afghanistan im vergangenen Monat persönlich kennengelernt und nach ihrem Tod den Eltern kondoliert. Kerry fügte hinzu, bei dem Anschlag seien vier weitere US-Diplomaten verletzt worden, einer davon befinde sich in einem kritischen Zustand.

Frauen und Kinder bei Nato-Luftangriff getötet

Unterdessen wurden bei einem Nato-Luftangriff im Osten Afghanistans nach Angaben der Provinzregierung zehn Kinder und eine Frau getötet. Ein Sprecher der Nato-geführten Schutztruppe Isaf bestätigte zwar den Einsatz, aber nicht den Tod von Zivilisten. Es sollen laut einem Sprecher der Provinzregierung auch mehrere Menschen verletzt worden sein.

Der Luftangriff sei erfolgt, nachdem Nato-Truppen und afghanische Soldaten in einem Dorf in der Provinz Kunar unter Beschuss geraten seien. Dabei seien sieben Taliban-Kämpfer und ein US-amerikanischer Berater der internationalen Truppe getötet worden. Das Haus, in dem sich ein Taliban-Kämpfer versteckt haben soll, sei später bombardiert worden.

Bildquelle: Privat