Afghanistan: Nato tötete wohl zehn Kinder bei Luftangriff

07.04.2013 | 19:24
Afghanistan, Taliban, Qalat, Hindukusch, Nato Afghanen werfen der Nato vor, Zivilisten bombardiert zu haben.

Nato bestätigt Einsatz, aber nicht den Tod von Zivilisten

Bei einem Nato-Luftangriff im Osten Afghanistans sind nach Angaben der Provinzregierung zehn Kinder und eine Frau getötet worden. Ein Sprecher der Nato-geführten Schutztruppe Isaf bestätigte zwar den Einsatz, aber nicht den Tod von Zivilisten.

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Zudem seien auch mehrere Menschen verletzt worden, sagte ein Sprecher der Provinzregierung. Der Luftangriff sei erfolgt, nachdem Nato-Truppen und afghanische Soldaten in einem Dorf in der Provinz Kunar unter Beschuss geraten seien. Dabei seien sieben Taliban-Kämpfer und ein US-amerikanischer Berater der internationalen Truppe getötet worden. Das Haus, in dem sich ein Taliban-Kämpfer versteckt haben soll, sei später bombardiert worden.

Junge US-Diplomatin bei Anschlag getötet

Bereits am Samstag waren bei einem Bombenanschlag im Süden des Landes fünf US-Amerikaner ums Leben gekommen. Unter den Toten sind eine junge Diplomatin und drei Soldaten. Wie US-Außenminister John Kerry mitteilte, wurden bei der Explosion in der Provinzhauptstadt Qalat vier Mitarbeiter des Außenministeriums verletzt, einer von ihnen schwer. Bei der Explosion seien auch ein afghanischer Arzt getötet und vier weitere Afghanen verwundet worden, sagte ein Sprecher von Qalat.

Die Bombe sei explodiert, als die US-Vertreter gemeinsam mit afghanischen Kollegen auf dem Weg zu einer Schule in der südlichen Provinz Zabul gewesen seien, wo sie Studenten Bücher überreichen wollten, sagte Kerry. Er habe die junge Diplomatin vergangene Woche selbst kennengelernt. Sie habe ihn bei seinem Besuch in Afghanistan begleitet. Es sei tragisch, dass sie ihr junges Leben in dem Bemühen verloren habe, jungen Afghanen die Chance auf eine bessere Zukunft zu geben.

Bildquelle: dpa bildfunk