Aggressive Berliner und friedliche Bayern: So streitlustig ist Ihre Umgebung!

Am meisten gestritten wird in Berlin und Köln

Die Berliner und Kölner sind die streitlustigsten Deutschen und die Bayern die friedlichsten – zumindest, wenn es um Rechtsstreitigkeiten geht. Zu diesem Ergebnis kommt die ADVOCARD Rechtsschutzversicherung. Die hat mehr als eine Million Streitigkeiten von Privatpersonen untersucht und herausgefunden, wo in Deutschland die meisten Streithähne leben und worüber gestritten wird.

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Streitatlas Studie Hier wird am meisten gestritten
Deutschlands großer Streitatlas: Berliner sind die streitlustigsten Deutschen © Advocard Rechtsschutzversicherung AG

Die Streithauptstadt Deutschlands ist Köln. Mit 26,5 Streitfällen pro hundert Einwohner schlägt Köln – eigentlich ja die Hochburg von Frohsinn und Karneval – knapp die Bundeshauptstadt mit 26,2 Streitfällen im Jahr 2012. Statistisch gesehen war somit also knapp jeder vierte Kölner oder Berliner in einen Rechtsstreit verwickelt. Ähnlich sieht es in Hamburg aus. Acht der zehn streitlustigsten Großstädte über 300.000 Einwohner liegen wie Köln in Nordrhein-Westfalen.

Insgesamt belegt das bevölkerungsreichste Bundesland belegt Platz 4 der streitsüchtigsten Bundesländer. Aber auch in Brandenburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern streiten die Menschen offenbar überdurchschnittlich viel. Die Süddeutschen sind hingegeben laut der Auswertung deutlich gelassener: In Bayern und in Baden-Württemberg gab es mit 18,3 und 16,8 Streitfällen pro hundert Einwohner die wenigsten Rechtstreits. Das ist ungefähr jeder sechste Einwohner.

Über Alltagsthemen wird am meisten gestritten

Auch das Klischee, dass Männer streitlustiger sind als Frauen, wurde in der Auswertung der ADVOCARD bestätigt. Demnach gehen zwei von drei Streits auf das Konto von Männern. "Bei den Gründen für Auseinandersetzungen sind sich beide Geschlechter relativ ähnlich", sagt Christian Vogl von ADVOCARD, " bis auf eine fast schon klischeehafte Ausnahme: Männer streiten sich öfter um ihr liebstes Kind, das Auto. Bei Frauen geht es dagegen häufiger um die eigenen vier Wände."

Unterschiede gibt es aber auch beim Alter. Wie die Analyse zeigt, streiten immer mehr junge Menschen. Im vergangenen Jahr sind über die Hälfte aller Streitereien von 36- bis 55-Jährigen geführt wurden. Nur neun von 100 Streithähnen sind mit mehr als 66 Jahren im Rentenalter. "Mit dem Alter kommt offenbar die Milde. Dafür werden junge Menschen zunehmend streitlustiger", so Vogl. Das zeigt ein Zehn-Jahres-Vergleich. So lag 2002 der Anteil der Streithähne im Alter von 18 bis 35 Jahren noch bei 3,1 Prozent, liegt der Wert für 2012 bei satten 19,5 Prozent.

Am meisten gestritten wird über Alltagsthemen. Durchschnittlich rund 36 Prozent der Streitigkeiten drehen sich um Fragen des täglichen Lebens, beispielsweise um Kauf- oder Mobilfunkverträge. Knapp jede vierte Auseinandersetzung dreht sich um das Auto und den Verkehr, meist um Unfälle und Vertragsstreitigkeiten rund ums Auto. Auch das Arbeitsleben ist immer wieder Streitthema. Darum geht es durchschnittlich in fast jedem sechsten Rechtsstreit.

Außerdem dauern Rechtstreitigkeiten immer länger und werden immer teurer. Streitwerte von über 10.000 Euro sind demnach keine Seltenheit mehr in Deutschland. Und wenn man Pech hat, dauert die Klärung dann auch noch ein bis zwei Jahre.