Air-France-Grab in 4.000 Metern Tiefe

Ruhestätte Atlantik für 74 Menschen

Ein Grab in 4.000 Metern Tiefe: Für 74 Opfer des Todesflugs AF 447 Rio-Paris bleibt der Atlantik die letzte Ruhestätte. Die Bergungsarbeiten am Wrack der vor zwei Jahren abgestürzten Air-France-Maschine seien beendet, teilten die französischen Unfallermittler mit.

Das löst bei den Hinterbliebenen gemischte Reaktionen aus. "Sie behaupten, dass diese restlichen Opfer in Stücke gerissen wurden, aber das ist doch keine Rechtfertigung", sagte Nelson Faria Marinho, der Vater eines Opfers. Seine Frau Eva meinte dagegen: "Ich möchte das glückliche Gesicht meines Sohnes in Erinnerung behalten. Ich will seine Leiche gar nicht sehen."

- Anzeige -

Ermittlungen gehen weiter

Die geborgenen Leichen und Flugzeugteile sollen in der kommenden Woche in Frankreich eintreffen. Eine DNA-Analyse soll die Identifizierung der Opfer ermöglichen. Nach Angaben der Gendarmerie konnten seit Ende April 104 Leichen geborgen werden. 50 Opfer waren bereits kurz nach dem Absturz geborgen worden, die übrigen 74 bleiben nun für immer auf dem Meeresgrund.

Die Unfallermittler werten derzeit die Flugschreiber aus, die nach knapp zwei Jahren Suche in etwa 4.000 Metern Tiefe gefunden worden waren. Nach ersten Erkenntnissen hatten die Piloten sich von einer falschen Geschwindigkeitsanzeige irritieren lassen. Manche Experten vertreten die Ansicht, die Piloten hätten zudem falsch reagiert. Unter den 228 Menschen an Bord waren auch 28 Deutsche.