Alarmierende Studie: Forscher warnen vor Paracetamol

Paracetamol entstammt einer 130-jährigen Versuchsanordnung beim Menschen"

Paracetamol ist ein beliebtes Schmerzmittel - auch weil es rezeptfrei ist. Jetzt fordern Experten, das umgehend zu ändern. Grund ist eine alarmierende Studie: Diese warnt vor schweren Nebenwirkungen des Medikaments.

- Anzeige -
Forscher: Gefahr durch Paracetamol
Experten fordern eine Rezeptpflicht für das Paracetamol.

Demnach erhöht die Einnahme von Paracetamol das Risiko für Magengeschwüre, Herzleiden und Schlaganfälle massiv. "Schmerzmittel sind keine Lutschbonbons. Sie sind auch keine Nahrungsergänzungsmittel, sondern hochproblematisch", erklärt Prof. Kay Brune, Pharmakologe an der Uni Erlangen-Nürnberg. Er hat die Forschungsergebnisse gemeinsam mit Kollegen der Uniklinik in Hamburg zusammengetragen und im Fachmagazin 'European Journal of Pain' veröffentlicht.

"Paracetamol entstammt einer 130-jährigen Versuchsanordnung beim Menschen, keiner wissenschaftlichen Analyse. Das heißt: Wir haben nie nach toxikologischen Problemen gesucht und sie wahrscheinlich schlicht übersehen. Erst in letzter Zeit geht man mit der Substanz kritisch um und hat viel Schlechtes festgestellt. Die experimentellen Ergebnisse weisen darauf hin, dass wir hier ein echtes Problem haben", erklärt Brune.

Wenn mehr als vier Gramm - das sind acht Paracetamol 500 - eingenommen werden, könne dies ganz schnell sehr gefährlich werden, sogar zum Tod führen. "Das kann man mit all den anderen rezeptfreien Mitteln auf dem Markt nicht." Die Leber stelle nach zwei bis drei Tagen ihre Funktion ein, "und wenn dann keine Lebertransplantation erfolgt oder nicht ganz am Anfang ein Gegenmittel verabreicht wird, stirbt der Patient an Leberversagen".

Regierung lehnte Antrag auf Rezeptpflicht ab

Brune habe bereits vor vier Jahren bei der Bundesregierung den Antrag eingereicht, das Medikament unter Rezeptpflicht zu stellen. "Das ist allerdings abgelehnt worden mit dem Argument, es gebe nicht genügend Beweise."

Ausdrücklich warnt der Experte davor, das Medikament in der Schwangerschaft zu sich zu nehmen: "Kinder von Müttern, die regelmäßig Paracetamol nehmen, haben häufiger Asthmaanfälle. Sie entwickeln sich langsamer, sowohl körperlich als auch geistig", sagt Brune. So hätten Kinder von Frauen, die in der Schwangerschaft das Medikament zu sich nehmen, häufiger ADHS (Aufmerksamkeitsdefizithyperaktivitätssyndrom).

Der Professor relativiert aber auch: "Ich möchte keine Panik auslösen. Wer alle zwei Wochen mal 500 mg oder auch mal ein Gramm nimmt, hat wahrscheinlich keinerlei Probleme damit. Wenn man aber, was zum Beispiel in Skandinavien Gang und Gäbe ist, Paracetamol immer nimmt, weil es einem damit scheinbar besser geht, dann ist das ein Problem."

Und deshalb fordert Brune erneut die Rezeptpflicht für Paracetamol, "damit der Konsument weiß: Es ist keine harmlose Substanz."


- Anzeige -