Alle vier Minuten wird irgendwo in Deutschland eingebrochen

Kripo: Deutschland ist ein "Eldorado für Einbrecher"

Es kann fast jeden treffen, kaum jemand ist vor Einbrechern wirklich sicher. Immer häufiger wird in Deutschland in Wohnungen eingebrochen, durchschnittlich alle vier Minuten. 144.117 Einbrüche gab es im vergangenen Jahr, berichtet die 'Welt am Sonntag' - ein Anstieg um 8,7 Prozent. In mehr als 61.000 Fällen seien die Täter tagsüber gekommen (plus 9,5 Prozent). Auch die Zahl der Raubüberfälle in Wohnungen habe mit 3.025 Fällen um 3,9 Prozent zugenommen. Die Aufklärungsquote sei hingegen rückläufig. Die Zeitung beruft sich auf die ihr vorliegende Polizeiliche Kriminalstatistik, die Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) kommende Woche vorstellen will.

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Immer mehr Wohnungseinbrüche in Deutschland
Allen Schutzmaßnahmen zum Trotz: Die Zahl der Wohnungseinbrüche in Deutschland ist drastisch angestiegen. © picture-alliance/ dpa, Lehtikuva Sari Gustafsson

Für Experten sind die neuesten Zahlen erschreckend. Nicht zuletzt wegen der finanziellen Folgen: "Die Kosten für Einbruchschäden haben mit rund 470 Millionen Euro einen neuen Rekord erreicht", sagte Jörg von Fürstenwerth, ein Sprecher der Deutschen Versicherungswirtschaft, dem Blatt. Das seien 50 Millionen Euro oder zwölf Prozent mehr als 2011. Die Schadenssumme sei hoch, weil sich "in immer mehr Haushalten teure elektronische Geräte wie Laptops, Tablet-PCs und Smartphones befinden". Im Schnitt liege die Schadenssumme bei 3.300 Euro pro Einbruch (Vorjahr 3.050 Euro).

Die Täter bleiben dem Bericht zufolge meist unerkannt. Während die Aufklärungsquote bei der Gesamtkriminalität 54,4 Prozent (minus 0,3 Prozent) betrage, liege sie beim Wohnungseinbruch nur bei 15,7 Prozent (minus 0,5 Prozent). "Deutschland ist ein Eldorado für Einbrecher", findet der Bund Deutscher Kriminalbeamter (BDK). "Die Täter gehen weiterhin glücklichen Zeiten entgegen", sagte BDK-Chef André Schulz der Zeitung. Ein Grund dafür seien Personaleinsparungen.

"Die Wohnungen in Deutschland sind nicht gut gesichert"

"Die psychischen Folgen von Wohnungseinbrüchen werden total unterschätzt", sagte der Sprecher der Opferschutzorganisation Weißer Ring, Veit Schiemann. "Viele Bestohlene verlieren das Vertrauen in ihre Wohnung. Oft haben sie auch Angst, dass der Einbrecher wieder kommt oder jemanden schickt. Die Folgen können von Schlafstörungen bis zu schweren Traumata reichen."

Schiemann forderte Politik und Wirtschaft auf, mehr für Vorbeugung zu tun. "In Deutschland wird nicht mal ein Euro pro Bürger und Jahr für die Prävention vor Kriminalität ausgegeben." Anbieter von Sicherheitstechnik könnten über vergünstigte Angebote nachdenken.

"Die Wohnungen in Deutschland sind nicht gut gesichert", so Schiemann weiter. Dabei sei die polizeiliche Beratung dafür kostenlos. Er riet Wohnungsinhabern, ihre Wertgegenstände für den Fall der Fälle zu fotografieren und schriftlich aufzulisten.


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