Altenheim im Landkreis Bamberg: 17-Jähriger soll Seniorin Sterbehilfe geleistet haben

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"So leicht wie in Pflegeheimen kann nirgendwo getötet werden." © dpa, Angelika Warmuth

Zunächst galt Altersschwäche als Todesursache

Sterbehilfe im Altenheim? Ein 17-Jähriger hat zugegeben, die Bewohnerin eines Pflegeheims im Landkreis Bamberg getötet zu haben - auf ihren eigenen Wunsch hin. Das teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

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Der Jugendliche, der als Aushilfe in dem Heim beschäftigt war, gab demnach an, die Frau habe ihn mehrfach um Sterbehilfe gebeten. Für die Ermittler sei jedoch nach wie vor offen, ob nicht doch ein gezieltes Tötungsdelikt vorliege. Hier seien weitere Ermittlungen notwendig.

Nach dem Tod der Frau Ende Juni war zunächst Altersschwäche als Ursache vermutet worden. Die Frau sei schon hochbetagt gewesen, sagte der Bamberger Oberstaatsanwalt Bernd Lieb. Doch dann habe sich der 17-Jährige anderen Menschen anvertraut und so die Nachforschungen ins Rollen gebracht. Gegen den jungen Mann werde nun wegen Tötung auf Verlangen ermittelt. Er sei in einer geschlossenen Jugendhilfeeinrichtung untergebracht.

Altenheime: "Der Tod gehört dort zum Alltag“

Für die Patientenschutzorganisation ‚Deutsche Hospiz Stiftung‘ ist dieser mutmaßliche Akt der Sterbehilfe kein Einzelfall. "So leicht wie in Pflegeheimen kann nirgendwo getötet werden“, sagte der Stiftungsvorsitzende Eugen Brysch. „Dies ist seit Jahren bekannt. Der Tod gehört dort zum Alltag und fällt nicht mehr auf. Der Gesetzgeber ist dringend gefordert.“ Todesfälle in Pflegeheime müssten daher genau untersucht werden, betonte Brysch. Mit einer gesetzlich vorgeschriebenen amtsärztlichen Leichenschau könnten unnatürliche Todesursachen erkannt werden.


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