Alter: Jeder Fünfte fühlt sich benachteiligt

Zu jung oder zu alt

Zu jung oder zu alt: Einer Studie zufolge hat sich jeder fünfte Deutsche – 21 Prozent - schon einmal wegen seines Alters diskriminiert gefühlt.

- Anzeige -
Altersdiskriminierung
21% der Deutschen fühlten sich schon einmal wegen ihres Alters diskriminiert. © dpa, Jens Kalaene

Aus der Untersuchung im Auftrag der Antidiskriminierungsstelle des Bundes (ADS) geht hervor, dass sich Ostdeutsche stärker als Westdeutsche und junge Menschen stärker als ältere benachteiligt fühlten. "Immer noch werden Menschen benachteiligt, weil sie zu jung oder zu alt sind", so ADS-Leiterin Christine Lüders. Sie sagte, in Zukunft wolle man gezielt gegen bestimmte Formen der Diskriminierung vorgehen. Prominente Botschafter unterstützten Lüders bei der Eröffnung des ersten Themenjahres gegen Altersdiskriminierung namens 'Im besten Alter. Immer'.

1.500 Menschen befragt

Die Forsa-Umfrage, bei der rund 1.500 Menschen ab 18 Jahren zu ihren Erfahrungen interviewt wurden, zeigt, dass sich mehr Ostdeutsche (27 Prozent) schon einmal wegen ihres Alters ungleich behandelt fühlten als Westdeutsche (19 Prozent). Zudem sagten mehr Schüler und Studenten (34 Prozent) als Rentner (17 Prozent), dass sie schon einmal wegen ihres Alters benachteiligt worden seien.

Dabei gebe es viele Beispiele für Diskriminierung, so Lüders. Genau hinsehen müsse man, wenn Mitarbeiter für ein "junges, dynamisches Team" gesucht würden und wenn Kassen Reha-Maßnahmen für ältere Menschen ablehnten, weil ihre Arbeitsfähigkeit nicht wieder hergestellt werden müsse.

Im April ist eine deutschlandweite Aktionswoche geplant, die für das Thema sensibilisieren soll. Außerdem hat die ADS eine Expertenkommission berufen, die zum Jahresende Handlungsempfehlungen zum Abbau von Altersdiskriminierung vorlegen soll.