Alternativer Nobelpreis 2012: Afghanin Samar für ihren Kampf für Frauenrechte ausgezeichnet

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Die afghanische Menschenrechtlerin Sima Samar bekam den Alternativen Nobelpreis. Sie kämpft vor allem für die Rechte der Frauen. © dpa, epa Keystone Salvatore Di Nolfi

Für "Mut und ihre Entschlossenheit in einer der instabilsten Regionen der Welt"

Bei der Verleihung der Alternativen Nobelpreise standen auch in diesem Jahr die akuten Menschheitsprobleme im Mittelpunkt. Die Menschenrechtlerin Sima Samar wurde vor allem für ihren Kampf für die Rechte der Frauen in Afghanistan ausgezeichnet.

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Die Ärztin und Politikerin Samar bekommt die Auszeichnung für ihren "Mut und ihre Entschlossenheit (...) in einer der instabilsten Regionen der Welt", wie in Stockholm mitgeteilt wurde. Samar gehört auch zum Favoritenkreis beim Friedensnobelpreis, der in zwei Wochen in Oslo vergeben wird. Seit vielen Jahren verschreibt die 55-Jährige ihr Leben dem Kampf für Menschenrechte. Schon 1989 startete sie die Hilfsorganisation Shuhada, die in Afghanistan Arztpraxen, Krankenhäuser sowie auch Schulen betreibt.

Frauen hatten es in Afghanistan nie leicht. Samar ließ sich aber auch von Rückschlägen nicht in ihrem Engagement bremsen und hat so viel für die Frauen und die Menschenrechte in ihrem Land erreicht. Ihre Zuversicht ist ungebrochen. Es gebe auch viele Erfolgsgeschichten seit dem Sturz der Taliban, sagte sie Ende vergangenen Jahres. Bildung, Infrastruktur und Gesundheitswesen seien verbessert worden. Die Lage der Frauen sei zwar nicht zufriedenstellend, sie würden aber politisch beteiligt und immerhin nicht mehr auf der Straße "wegen hoher Absätze" verprügelt.

Nach der Rückkehr aus dem pakistanischen Exil von 2001 bis 2002 war die Menschenrechtlerin erste Frauenministerin ihres Landes. Danach leitete sie die von ihr gegründete unabhängige Menschenrechtskommission (AIHRC) in Kabul.

Die Stiftung 'Right Livelihood Award' (Preis für richtige Lebensführung) vergibt die Auszeichnungen seit 1980. Die Alternativen Nobelpreise werden unabhängig von und mit kritischer Distanz zu den traditionellen Nobelpreisen vergeben.

Samar: Habe nichts Besonderes geleistet

In ihrer Erklärung für die Stockholmer Preisstiftung meinte die 55-Jährige: "Ich muss sagen, dass ich nach meiner eigenen Überzeugung nichts Besonderes geleistet habe. Aber die Umgebung, in der ich arbeite, ist schon außerordentlich schwierig." Am wichtigsten in Afghanistan seien Schulen und Ausbildung als "Schlüssel zu einer gedeihenden Gesellschaft mit weniger Armut und Respekt vor den Menschenrechten".

Trotz ihrer Bescheidenheit sieht sich die Ärztin durch den Preis in ihrem Engagement bestätigt. "Das sind gute Nachrichten für die Menschen in Afghanistan, besonders die Frauen", sagte sie. "Dieser Preis ist für afghanische Frauen." Sie seien weiterhin Menschenrechtsverletzungen und Gewalt ausgesetzt. Samar sagte, sie begreife die Auszeichnung als Ermutigung, die Arbeit noch zu verstärken.

Eine weitere der drei mit je 50.000 Euro dotierten Auszeichnungen geht an den US-Wissenschaftler Gene Sharp für Strategien zum gewaltlosen Widerstand. Ebenfalls ausgezeichnet wird die britische Kampagne gegen Waffenhandel. Den nicht dotierten Ehrenpreis erhält der türkische Umweltschützer Hayrettin Karaca.


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