Ameneh darf Peiniger Augen verätzen

Nach sieben Jahren: Gericht erlaubt Rache

Auge um Auge - dieser Vergeltungs-Gedanke ist im islamischen Iran noch immer geltendes Recht - und jetzt erlebt die Welt, wie grausam es dort zugehen kann. Heute wird Ameneh Bahrami nämlich dem Mann, der ihr das Augenlicht nahm, selbst Säure in die Augen träufeln, damit auch er erblindet.

Vor sieben Jahren hatte ihr Freund Ameneh mit Säure übergossen, weil sie ihn nicht heiraten wollte. "Ich bin sehr glücklich, dass ich ihm selbst die Säure in die Augen träufeln darf. Ich glaube, dass ich das viel besser manchen kann als jede andere Person. Ich will nicht, dass sich ein anderer Mensch mit solch einer Tat belastet“, sagt sie.

Ameneh kämpfte sechs Jahre lang vor einem iranischen Gericht dafür, den Täter eigenhändig zu bestrafen. Und dann das Unglaubliche: Die Richter fällen das für viele Menschen unfassbar grausame Urteil. Ameneh selbst sagt dazu: "Ich will keine Rache, ich will nur dass das Gesetz hilft und andere Menschen nicht das erleiden müssen, was ich erleiden musste.“

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Anschlag aus gekränkter Ehre

Heute sind es nur noch Fotos, die Amenehs früheres Leben zeigen. Das Leben einer schönen, begehrenswerten Frau. Im Jahr 2004 machte ihr Mitstudent Majid Movahedi ihr einen Heiratsantrag. Sie lehnte ihn ab. Majid fühlte sich in seiner Ehre gekränkt und beging die fürchterliche Tat: Er schüttet Ameneh Säure ins Gesicht, über Arme, Rücken und Beine. Seit diesem Tag ist sie blind und für immer entstellt.

Ameneh empfindet Genugtuung, und sie hat sich auf heute vorbereitet: "Ich habe es oft geübt", sagt sie, "jeden Tag, wenn ich mir selbst Augentropfen geben muss". Mit einer Pipette wird sie ihm die Säure in beide Augen tröpfeln. Sie seien beide Verlierer, weil sie beide viel gelitten hätten. Heute ist der Tag der Rache - der Tag, an dem sie ihren Peiniger quälen wird.