Amerikanerin als Baby entführt - 23 Jahre lang

11.02.2012 | 21:51
Amerikanerin als Baby entführt - 23 Jahre lang

Opfer entdeckt sich auf Vermissten-Seite im Internet

23 Jahre lang hat die junge US-Amerikanerin Carlina bei einer Fremden gewohnt, die sich als ihre Mutter ausgab. Dann erkannte sich die junge Frau auf einer Internetseite für vermisste Kinder wieder und die Entführung flog auf. Jetzt bekannte sich Ann Pettway vor dem Gericht in New York schuldig, Carlina 1987 als Baby aus einem Krankenhaus entführt zu haben.

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Carlina war damals gerade 19 Tage alt und lag mit etwas Fieber noch im Krankenhaus bei ihrer Mutter. Eine fremde Frau, die sich als freiwillige Helferin ausgegeben habe, habe ihre Hilfe angeboten, erinnert sich die leibliche Mutter heute: "Sie sagte, ich solle mir keine Sorgen machen und dass alles gut werde", sagte sie dem New Yorker Sender NY1. Dann sei sie mit dem Kind verschwunden und nie zurückgekommen. "Sie ist so grausam, so böse."

"Ich habe damals in Bridgeport, Connecticut, gewohnt", sagte die Täterin vor Gericht. "Ich bin nach Harlem in ein Krankenhaus gefahren und habe ein Kind gegriffen", sagte sie. "Und ich wusste, dass es falsch war." Dennoch habe sie jahrzehntelang Freunden gegenüber behauptet, die Kleine sei ihr Kind und natürlich auch das Mädchen in dem Glauben aufgezogen. Sie nannte das Kind Nejdra Nance.

Leibliche Mutter: "Sie soll 23 Jahre kriegen!"

Die junge Frau hatte laut 'New York Times' schon als Teenager den Verdacht, dass die vorgebliche Mutter nicht die Mutter war. Schließlich gebe es keine Ähnlichkeiten zwischen beiden. Als sie vor einem Jahr, selbst schwanger, nach einer Geburtsurkunde fragte, wich Pettway aus und sagte, sie habe sie als kleines Mädchen von einer drogensüchtigen Mutter übernommen. Die Tochter suchte dann aber im Internet in Datenbanken mit den Bildern vermisster Kinder und glaubte sich zu erkennen. Ein DNA-Test bestätigte den Verdacht.

Die Strafe soll am 14. Mai verkündet werden und das Gesetz empfiehlt zehn bis zwölfeinhalb Jahre. Der Richter ist aber nicht daran gebunden und kann auch wegen Entführung lebenslang verhängen. Pettways Anwalt hofft jedoch auf Milde, weil sich seine Mandantin nach einer Fahndung selbst gestellt habe und dem Kind nie etwas angetan habe: "Das ist keine gewöhnliche Kindesentführung."

Carlinas Mutter sagte, sie habe die ganze Zeit gehofft, ihr Kind wiederzusehen. Der Vater hofft auf eine lange Haftstrafe: "Sie soll 23 Jahre kriegen. So viele, wie sie uns gestohlen hat."

Bildquelle: dpa bildfunk