Amoklauf bei Heidelberg: Schüsse in Sportler-Lokal – drei Tote

21.08.2013 | 07:54
Bei Schüssen in Dossenheim nahe Heidelberg sind drei Menschen ums Leben gekommen. Bei Schüssen in einem Sportler-Lokal in Dossenheim nahe Heidelberg sind drei Menschen ums Leben gekommen.

Motiv des Täters ist weiterhin unklar

In den Räumen eines Sportvereins in Dossenheim nahe Heidelberg sind tödliche Schüsse gefallen - drei Menschen kamen ums Leben, fünf wurden verletzt. Es gebe auch Schwerverletzte, sagte Polizeisprecher Tobias Keilbach in Heidelberg. Eine Schwerverletzte ist mittlerweile außer Lebensgefahr, teilte die Polizei mit.

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Noch Stunden nach dem Vorfall ist der genaue Hergang unklar. Sicher ist, dass bei einem Streit auf der Eigentümerversammlung der Mann des Raumes verwiesen worden war, danach mit einer Pistole zurückkehrte und dann das Feuer eröffnete, wie ein Polizeisprecher sagte. Die Versammlung hatte im Raum eines Vereins stattgefunden.

Nach den Angaben des Vereinspräsidenten Willi Ortlipp waren rund zehn Teilnehmer bei der Eigentümerversammlung und insgesamt 50 Vereinsmitglieder und Gäste waren zum Tatzeitpunkt auf dem großen Areal, darunter auch Kinder. Einige liefen in Panik weg, andere zum Tatort und leisteten dort erste Hilfe, so Ortlipp.

Täter besaß legal sieben Waffen

Laut einem Vereinsoffiziellen soll der Täter um die 70 Jahre alt und einer der Eigentümer sein. Baden-Württembergs Innenminister Reinhold Gall (SPD) sagte: "Es war wieder ein schrecklicher Vorfall, bei dem ein Sportschütze beteiligt war." Der Mann benutzte bei der Tat eine großkalibrige Pistole, erklärte das Innenministerium. Insgesamt besaß er legal sieben Waffen. Gall forderte erneut das Verbot großkalibriger Waffen. Diese benötigen Sportschützen nicht, sagte der Minister. Menschen, die Schießsport betreiben, müssten "intensiv kontrolliert" werden. Er könne nicht glauben, dass so ein Mann nicht vorher schon einmal aufgefallen sei.

Die Polizei untersucht zurzeit den Wagen des Täters nach Spuren, ob der Mann die Waffe schon von Beginn an bei sich hatte oder ob er noch einmal nach Hause fahren musste, um sie zu holen. Hieraus erhofft sich die Polizei weitere Hinweise auf die Motive des Täters. Auch die Zeugenbefragung gestaltet sich schwierig, da einige angeschossen wurden oder noch unter schwerem Schock stehen.

Während die Polizei zunächst nicht von einem Amoklauf sprechen wollte, benutzten die Feuerwehren auf ihrer Facebook-Seite das Wort "Amoklauf". Warum die Situation eskalierte und der Mann um sich schoss und woher er die Waffe hatte ist weiterhin unklar. Am Vormittag wollen die Staatsanwaltschaft und die Polizei weitere Informationen veröffentlichen.

Bildquelle: dpa bildfunk