Amrum: Mutter von Sebastian (10) fürchtet Straftat

04.07.2012 | 07:13
Amrum, Sebastian vermisst Seit Sonntag wird auf der Nordseeinsel Amrum der zehnjährige Sebastian vermisst.

Weiter keine Hinweis auf Verschwinden

Verzweifelte Suche nach Sebastian: Nach dem rätselhaften Verschwinden des Zehnjährigen auf der Nordseeinsel Amrum hat die Polizei auch am Mittwochmorgen noch keine Hinweise zu dem Schicksal des zehnjährigen Urlauberkindes auf der Nordseeinsel Amrum. Trotz intensiver Suche mit 100 Beamten, Hubschraubern, Spürhunden und Schiffen der Seenotrettung auch über die Insel hinaus blieb das Kind bisher verschwunden.

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Sebastian war am späten Sonntagnachmittag zuletzt bei Wittdün auf Amrum gesehen worden. Dort hatte er auf einem Piratenschiff eines Strandspielplatzes gespielt. Danach verlor sich seine Spur. Die Polizei hofft auf Hinweise durch Urlaubsbilder von dem Ort. Sie rief Einheimische und Inselbesucher dazu auf, Fotos und Videoaufnahmen, die sie am Tag von Sebastians Verschwinden von dem Spielplatz gemacht hatten, zur Verfügung zu stellen. Die Bilder sollen in digitalisierter Form bei der Kriminalpolizei in Niebüll abgegeben oder per E-Mail dorthin geschickt werden.

Die Polizei veröffentlichte außerdem Fotos von Sebastian im Internet. "Die Bilder sollen weltweit zu sehen sein. Es ist nicht ausgeschlossen, dass Sebastian irgendwie aufs Festland gekommen ist", sagte Stielow. "Wir hoffen, dass alle Ausschau nach Sebastian halten." Der Junge war zuletzt mit einem blauen, langärmeligen Shirt aus Fleece und einer Jeans bekleidet und barfuß unterwegs.

"Ich fürchte, mein Junge wurde Opfer einer Straftat"

Der Spielplatz mit dem Piratenschiff liegt nur rund 200 Meter von dem Ferienhaus entfernt, in dem der Zehnjährige mit seinen Eltern und seiner Schwester Urlaub machte. Sebastians Mutter sagte der 'Bild': "Ich fürchte, mein Junge wurde Opfer einer Straftat." Denkbar ist auch, dass das Kind ertrunken ist. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens herrschte aber Niedrigwasser. "Außerdem konnte er gut schwimmen", sagte die Mutter der Zeitung. Die Polizei schließt auch nicht aus, dass Sebastian mittlerweile auf dem Festland ist.

Zeugen wollen den blond gelockten Zehnjährigen kurz vor seinem Verschwinden gegen 18 Uhr mit einem anderen Jungen gesehen haben. Die Polizei suchte deshalb zunächst nach einem Kind namens Lukas. Ein Lukas meldete sich am Dienstag auch bei den Beamten. Doch die Hoffnung, dass er weiterhelfen könnte, zerschlug sich schnell.

Lukas hatte zwar mit Sebastian auf dem Schiff gespielt, war aber nur bis 16.30 Uhr auf dem Spielplatz gewesen. Die Polizei sucht deshalb weiter nach einem möglicherweise anderen Jungen mit blondem Haar, der Sebastian danach noch getroffen haben soll. "Vielleicht hat Sebastian dem Kind erzählt, was er noch vorhatte, oder dass er vielleicht jemanden kennengelernt hat", sagte Stielow. "Wir greifen nach jedem Hinweis, der irgendwie helfen kann."

Bildquelle: dpa bildfunk