Angehörige geben Malaysia und Airline Mitschuld am MH370-Drama

"Rettungsaktion wurde in die Irre geführt und verzögert"

Erst kam die Trauer - jetzt kommt die Wut: Angehörige der Passagiere von Flug MH370 erheben schwere Vorwürfe gegen Malaysia Airlines. Die Fluggesellschaft hätte zwei Wochen lang versucht, die Wahrheit zu verstecken und zu vertuschen. Die Suche nach Wrackteilen im indischen Ozean musste unterdessen wegen schlechter Wetterbedingungen unterbrochen werden.

- Anzeige -
Angehörige der Passagiere von Flug MH370
Die Angehörigen der Passagiere von Flug MH370 geben Malaysia Airlines und er Regierung eine Mitschuld. © REUTERS, KIM KYUNG-HOON

Mit Transparenten zogen sie zur malaysischen Botschaft in Peking. "Wir wollen die Wahrheit", lautete der Schriftzug eines Transparents. "Wieso haben Sie uns so lange warten lassen", ein anderes. Es kam zu Zusammenstößen mit der Polizei. Angehörige warfen Wasserflaschen auf die Sicherheitskräfte, die die Botschaft abschirmten. Eine Frau brach ohnmächtig zusammen. "Die malaysische Regierung hat uns betrogen" skandierten Dutzende Demonstranten. Die Polizei riegelte die Straßen um die Botschaft zwischenzeitig weiträumig ab. Die Angehörigen wurden anschließend in Bussen zurück zu Hotels gefahren, in denen sie die vergangenen zwei Wochen ausgeharrt hatten.

In einer Erklärung erhoben einige Angehörigen der Insassen schwere Vorwürfe. "Malaysia Airlines, die malaysische Regierung und das malaysische Militär haben mit Nachdruck und wiederholt versucht, die Wahrheit zu verstecken und zu vertuschen. Sie wollten die Angehörigen und die ganze Welt belügen."

Die Verantwortlichen hätten keine Scham, hieß es weiter in der Stellungnahme. Die Gesundheit und die Seelen der Angehörigen seien mutwillig zerstört worden. "Die Rettungsaktion wurde in die Irre geführt und verzögert." Wertvolle Zeit sei verschenkt worden. "Wenn unsere 154 Familienmitglieder an Bord deshalb ihr Leben verloren haben, dann sind die malaysische Fluggesellschaft, Regierung und das Militär die wahren Mörder unserer Familienmitglieder."

Chinas Außenministerium hat Malaysia um "alle Informationen und Beweise" gebeten, die zu der Schlussfolgerung über den Absturz von Flug MH370 im südlichen Indischen Ozean geführt haben. Ein Großteil der 239 Insassen der Boeing 777-200 der Malaysia Airlines waren Chinesen.

Chinas Präsident Xi Jinping hat einen Sondergesandten nach Malaysia geschickt. Vizeaußenminister Zhang Yesui soll sich in die Bemühungen nach dem Verschwinden des Flugzeugs der Malaysia Airlines einschalten und Spannungen zwischen beiden Ländern über die Informationspolitik Malaysias abbauen.

Suche nach Wrackteilen im Indischen Ozean unterbrochen

Schlechtes Wetter hat die Suche nach Wrackteilen im Indischen Ozean am Dienstag unterbrochen. Die Wellen seien bis zu vier Meter hoch, Sturmböen und heftigen Regen im Anmarsch und die Wolken hingen teils nur 60 Meter über der Wasseroberfläche, teilte die australische Seesicherheitsbehörde (Amsa) mit. Das Versorgungsschiff 'HMAS Success' musste die Region verlassen. Es habe die am Dienstag vom Flugzeug aus gesichteten mögliche Wrackteile noch nicht lokalisieren können. Auch die Flugzeuge würden zunächst nicht starten.

Die Maschine ist nach Einschätzung Malaysias im südlichen Indischen Ozean abgestürzt. Darauf lasse die Analyse von Satellitendaten schließen, erklärte die Regierung. Rund 2.500 Kilometer südwestlich von Perth wurde Treibgut gesichtet. Dabei könnte es sich um Trümmerteile der Maschine handeln. Die Boeing 777 war am 8. März auf dem Flug von Kuala Lumpur nach Peking mit 239 Personen an Bord von den Radarschirmen verschwunden.