Angela Merkel im Interview mit Peter Kloeppel

17.06.2013 | 13:46
Angela Merkel im Interview mit Peter Kloeppel Peter Kloeppel traf Angela Merkel vor ihrer Abreise zum G8-Gipfel.

Kritik an Polizei und Erdogan

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) kritisierte in einem Interview mit RTL-Chefredakteur Peter Kloeppel die Sicherheitskräfte in der Türkei. Diese seien aus ihrer Sicht viel zu hart vorgegangen. Zu den aktuellen Geschehnissen in der Türkei fand sie deutliche Worte: "Das, was im Augenblick in der Türkei passiert, entspricht nicht unseren Vorstellungen von Freiheit der Demonstration, der Meinungsäußerung."

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Zu den Fernsehbildern von der Räumung des Gezi-Parks in Istanbul sagte sie: "Ich bin erschrocken, wie viele andere Menschen auch." Merkel sagte, sie wolle der türkischen Regierung keine Ratschläge von außen geben. Aber in einer Türkei, "die ins 21. Jahrhundert geht", müsse akzeptiert werden, dass Menschen auch abweichende Meinung ausdrücken dürften.

Die Kanzlerin wird beim G8-Gipfel nach eigenen Worten auf möglichst konkrete Beschlüsse im Kampf gegen Steuerhinterziehung drängen. Leider habe sich die internationale Abstimmung verzögert, aber die OECD habe nun gute Regeln vorgelegt. "Jetzt wird es endlich ein Thema, wo auch dann gehandelt werden kann", sagte sie Peter Kloeppel. Sicherlich seien noch Schwierigkeiten im Rahmen der Abstimmung mit den G20-Staaten zu überwinden.

Außerdem erteilte Merkel Waffenlieferungen an die syrischen Rebellen eine klare Absage: "Wir beteiligen uns auf keinen Fall an Waffenlieferungen", sagte sie. "Wichtig ist, dass ein politischer Prozess in Gang kommt. Allein militärisch wird das nicht zu lösen sein." Mit dem strikten Nein zu Waffenlieferungen im Gegensatz zu Partnern wie den USA, Frankreich und Großbritannien sei Deutschland aber nicht isoliert. "Deutschland steht nicht abseits", betonte die Kanzlerin.