Angelina (3) von Eltern schwer misshandelt

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Stiefvater: "Vielleicht hab ich da ein bisschen fester hingehauen"

Die dreijährige Angelina kommt am Pfingstmontag mit gebrochenem rechten Oberarm und Blutergüssen am ganzen Körper in ein Wiener Krankenhaus. Angeblich ein Unfall auf einem Klettergerüst, doch schnell bemerkt der behandelnde Arzt Dr. Rudolf Schedl zahlreiche ältere Frakturen. Wahrscheinlich wird das Mädchen seit Monaten misshandelt. "Die Verletzungen weisen darauf hin, dass das Kind wiederholt geschlagen wurde oder mit Gegenständen verletzt wurde, die Narben verursachen", so Schedl. Sofort alarmiert das Krankenhaus die Polizei. In den Vernehmungen gestehen Angelinas 28-jährige Mutter Natascha und ihr Lebensgefährte Thomas S. schließlich zumindest einige Misshandlungen. "Die Eltern räumen ein, dass sie mit Gewalt gegen das Kind vorgegangen sind", sagt Manuela Vockner, Sprecherin der Bundespolizeidirektion in Wien. "Die Mutter gab gegenüber der Polizei an, dass sie das Kind schon öfter geschlagen hätte, wenn es nicht gefolgt hat."
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"Das mit dem gebrochenen Oberarm hat sie sich selbst zugefügt."

Ein Geständnis, das Thomas S. vor laufender Kamera wiederholt - doch die ganze Aufregung versteht er nicht, ist sich keiner Schuld bewusst: "Vielleicht hab ich da ein bisschen fester hingehauen, aber das ist normal und sie bekommt schnell blaue Flecken", sagt er. Angelina wäre angeblich nicht brav gewesen und für ihn gehören solch brutale Methoden zur Erziehung dazu. "Das ist normal, wenn man einem Kind eine kleine Watschn gebe. Okay, unser Rechtssystem sagt, es gibt keine gesunde Watschn, aber was soll man machen? Bevor ich sie grün und deppert hau…", sagt er und behauptet: "Das mit der Hand, mit diesem gebrochenen Oberarm, das hat sie sich selbst zugefügt." Ob das die ganze Wahrheit ist oder nicht, muss die Polizei nun ermitteln. Dabei hat das Jugendamt Angelinas Familie bereits seit einem Jahr betreut - wegen Hinweisen auf Vernachlässigung. Doch Verdacht auf schwere Misshandlungen schöpfen die Behörden-Mitarbeiter bei ihren Besuchen nicht. "Es gab nie Verdacht auf Gewalt, Misshandlung oder, dass das Kind sich vor der Mutter fürchtet", so Herta Staffa vom Jugendamt Wien. Die Dreijährige selbst erzählt den Beamten dann im Krankenbett, dass sie furchtbar zugerichtet wurde. Doch Stiefvater Thomas S. fühlt sich zu Unrecht beschuldigt: "Es ist klar! Wenn man ein dreijähriges Kind fragt: Hat dich dein Papa mit der Faust gehauen? Na sicher sagt die ja." Und weil die kleine Angelina das getan hat, wird sie nicht mehr zu ihrer Familie zurück müssen. Noch in dieser Woche soll ihr Arm operiert werden, dann darf die Dreijährige das Krankenhaus verlassen - und kommt in die Obhut einer Pflegefamilie.
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