Angriff in Syrien: Israels Bomben galten dem Iran

Syrien: Luftangriff durch Israel
Das Ausmaß der Verwüstung © REUTERS, REUTERS TV

Einsätze zielten auf iranische Raketen

Für Syriens Außenminister steht fest: Die Bombardements Israels sind eine direkte Hilfe an die Rebellen und somit eine "Kriegserklärung". Er drohte mit Vergeltung. Das israelische Militär rechnet jedoch nicht mit einem syrischen Gegenangriff, weil das Regime von Baschar al-Assad zu sehr mit dem eigenen Überleben beschäftigt sei.

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Die Streitkräfte des Nachbarlandes hatten in der Nacht zum Sonntag stundenlang den Großraum Damaskus bombardiert. Doch der Bürgerkrieg spielt dabei eigentlich keine große Rolle. Stattdessen hat die Regierung in Jerusalem mit den Luftschlägen ein anderes Land fest im Blick: den Iran.

Die Einsätze zielten nämlich auf iranische Raketen mit großer Reichweite, die für die libanesische Hisbollah bestimmt waren. Denn die islamistischen Kämpfer könnten die Waffen bei künftigen Konflikten auch auf israelische Städte richten. Schon jetzt verfügt die Hisbollah nach israelischen Schätzungen über 60.000 weitere Raketen.

Zeugen: Rebellen setzen Giftgas ein

Unterdessen veröffentlichten die Vereinten Nationen einen Bericht, nach dem alles darauf hindeutet, dass die syrischen Rebellen das Nervengift Sarin einsetzen. Das berichten Zeugen. Die Ermittler hätten in benachbarten Ländern Opfer des Syrien-Krieges sowie Ärzte und Mitarbeiter von Krankenhäusern befragt, sagte Carla Del Ponte, Mitglied einer UN-Kommission zur Untersuchung der Menschenrechtslage in Syrien. Hinweise darauf, dass die syrischen Regierungstruppen Sarin eingesetzt hätten, habe die UN-Kommission dagegen noch nicht.

Die Regierung von Präsident Baschar al-Assad und die Rebellengruppen werfen sich gegenseitig vor, Chemiewaffen eingesetzt zu haben. Die USA hatten Staatschef Assad wiederholt vor dem Einsatz chemischer Waffen gewarnt.

Zwar könnte die Miliz ihr Arsenal schon heute einsetzen. In Israel geht aber die Sorge um, dass die Hisbollah dann zuschlagen könnte, wenn die Luftwaffe iranische Atomanlagen angreift. Wenn es nach dem früheren Militärgeheimdienstchefs Amos Jadlin geht, sind die israelischen Angriffe auf Syrien ein klares Signal an den Iran, dass Netanjahu nicht blufft. Der Iran teste die Entschlossenheit von Israel und der USA. "Und bei Syrien sieht er, dass zumindest manche der Akteure die roten Linien ernst nehmen", sagte er im Hörfunk der Streitkräfte und spielte damit offensichtlich auf die bisherige Zurückhaltung von US-Präsident Barack Obama an.

Dieser hat Israel ausdrücklich das Recht zugesprochen, sich vor der libanesischen Hisbollah zu schützen. Sie habe wiederholt mit Angriffen bis nach Tel Aviv gedroht. Deswegen müssten die Israelis wachsam sein. "Und wir werden uns weiterhin mit Israel abstimmen", versicherte der Präsident.


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