Angst in Stotel bei Bremerhaven: Mutmaßlicher Kinderschänder frei

Nach zwei Tagen wieder frei

In Stotel nahe Bremerhaven lassen Eltern ihre Kinder nicht mehr aus dem Haus - aus Furcht vor einem mutmaßlichen Triebtäter. Denn der Mann, der drei kleine Mädchen missbraucht haben soll, kam nach zwei Tagen in Polizeigewahrsam wieder auf freien Fuß.

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Mareike W. hat ihre Tochter zur Oma gebracht, weg aus der Siedlung. Das erst acht Jahre alte Mädchen ist eines der drei Opfer, die der Mann in seine Garage neben dem Spielplatz gelockt haben soll, angeblich, um sie vor dem strömenden Regen zu schützen. "Dann hat er die Garagentür zu gemacht, das Licht an gemacht und hat dann mit seinem Ding vor den Kindern rumgespielt. Dann durften die Kinder gehen, aber da hat er den Kindern noch angedroht, dass sie nichts sagen dürfen, sonst kommen sie ins Gefängnis", so Mareike W.. Ein Mädchen soll er sogar angefasst haben.

Haftgründe reichen nicht aus

Die Kinder sind völlig verstört, als sie nach Hause kommen, erzählen dann aber doch nach und nach alles ihren Eltern. Der Mann wird festgenommen und zwei Tage später schon wieder freigelassen. Das begründet die Staatsanwaltschaft so: „Wenn sie jemanden in U Haft nehmen wollen, müssen sie zum einen den dringenden Tatnachweis führen können. Das ist hier möglich. Sie müssen aber auch Haftgründe haben, Gründe, dass jemand, ohne verurteilt zu sein, ins Gefängnis kommt. Diese Gründe gab es nicht. Dann ist so jemand, so sagt das Gesetz, wieder auf freien Fuß zu setzen", sagt Burkhard Vonnahme von der Staatsanwaltschaft Stade.

Solche Haftgründe könnten laut Gesetz sein: Flucht-, Verdunklungs- oder Wiederholungsgefahr. Besonders diese sehen dagegen die Nachbarn des mutmaßlichen Triebtäters. Doch noch ermittelt die Polizei. Erst dann wird die Staatsanwaltschaft entscheiden, ob überhaupt Anklage erhoben wird.