Angst vor dem 'Schwarzen Block': Höchste Alarmstufe bei G20-Gipfel in Brisbane

14.11.2014 | 08:09
Höchste Alarmstufe bei G20-Gipfel in Brisbane Hohe Sicherheitsvorkehrungen vor dem G20-Gipfel in Brisbane.

RTL-Reporter Niels Büngen berichtet aus Australien

8 Uhr Ortszeit heute Morgen: Feueralarm bei uns im Medienhotel, unweit des G20-Gipfels. Innerhalb von Minuten wird das komplette Gebäude evakuiert. Überall sind Polizei und Feuerwehr.

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30 Minuten später, endlich Entwarnung: Es ist ein Fehlalarm. Doch der zeigt, wie nervös die Australier sind. Rund um den G20-Gipfel gelten die schärfsten Sicherheitsvorkehrungen in der Geschichte des Landes. Rund 6.000 Polizisten aus Australien und Neuseeland sorgen ab heute für die Sicherheit von Angela Merkel, Obama & Co.

Wenn die Kanzlerin heute Abend Ortszeit aus Neuseeland anreist, wird der Luftraum über der Stadt an der Ostküste gesperrt, auf dem Fluss ist sämtlicher Schiffsverkehr bereits untersagt.

Für die Bewohner der Millionenstadt ist der G20 der reinste Ausnahmezustand. Wer konnte, hat die Stadt längst verlassen. Rund um das Zentrum sind die Straßen gesperrt, an jeder Straßenecke stehen Polizisten.

G20-Gegner protestierten bereits früher mit Gewalt

G20-Gegner protestierten bereits früher mit Gewalt Schon öfter kam es in der Vergangenheit zu gewaltsamen Ausschreitungen des Schwarzen Blocks, wie hier beim NATO-Gipfel in Straßburg.

Wir treffen deutsche Touristen, die von so einem gewaltigen Polizeiauflauf überrascht sind und sich über die Vorschriften amüsieren: Denn offiziell ist es im Zentrum verboten, Eier, Schlangen und andere giftige Tiere bei sich zu tragen. Ein sicherlich skurriles Verbot, das aber auch zeigt, wie groß die Angst vor Übergriffen ist.

Noch ist es in der Stadt ruhig, bis auf kleinere Proteste der Aborigines, welche die große Bühne des G20-Gipfels zu Demos gegen die australische Regierung nutzen.

Das alles ist harmlos. Die Polizei hier fürchtet vor allem die Demonstrationen der G20-Gegner. Mitglieder des sogenannten Schwarzen Blocks, einer freien Protestgruppe, werden hier in Brisbane erwartet. Er hat bereits bei früheren G20-Treffen teils gewalttätig protestiert. Vor allem in den 80er-Jahren kam es auch in Deutschland zu regelrechten Schlachten mit Polizisten.

Experten beobachten bereits auf sozialen Medien, dass sich Mitglieder des Schwarzen Blocks auf den G20-Gipfel vorbereiten. Die Polizei ist also gewarnt. In Brisbane herrscht die höchste Alarmstufe.

Bildquelle: splashnews.com