Anschlag auf US-Botschaft in Ankara: Täter soll aus Deutschland kommen

03.02.2013 | 12:25
Ankara US-Botschaft Anschlag Deutschland Bei dem Selbstmordanschlag in Ankara ist neben dem Täter auch ein Mitarbeiter der US-Botschaft getötet worden.

30-Jähriger illegal aus Deutschland eingereist

Der Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara ist nach türkischen Medienberichten von einem illegal aus Deutschland eingereisten Türken verübt worden. Der Mann sei über die griechischen Inseln mit einem gefälschten Ausweis in die Türkei gekommen. Bei dem Anschlag starb neben dem Attentäter ein Mitarbeiter der US-Botschaft.

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Die türkischen Behörden haben nach bisherigen Ermittlungen den 30-jährigen Ecevit Sanli als Attentäter identifiziert. Bei ihm soll es sich um ein Mitglied der verbotenen DHKP-C handeln. Er trug demnach einen gefälschten Ausweis, der auf den Namen Irfan A. lautete. Er habe in Deutschland gelebt, berichteten türkische Medien. Das Bundesinnenministerium will die türkischen Ermittlungen abwarten, wie ein Sprecher sagte. Dennoch überprüfe das Ministerium schon jetzt die Angelegenheit.

Sanli habe wegen eines Anschlags in der Türkei von 1997 an für mehrere Jahre im Gefängnis gesessen. Er sei nach einem Hungerstreik und dabei entstandenen körperlichen Schäden auf freien Fuß gekommen und habe sich dann ins Ausland abgesetzt.

Gruppe steht auf internationalen Terrorlisten

Die linksextremistische DHKP-C hatte sich in einer im Internet verbreiteten Erklärung zu der Tat bekannt. Sie hat in der Türkei Anschläge auf Polizei und Justiz verübt. Die Gruppe operiert im Untergrund und steht sowohl in der Europäischen Union als auch den USA auf der Terrorliste. Ihr Ziel ist es, das Regierungssystem der Türkei zu stürzen.

Der Attentäter hat bei dem Anschlag eine Handgranate und sechs Kilo TNT-Sprengstoff gezündet, wie die Ermittlungen ergeben haben. Er riss einen Wachmann mit sich in den Tod. Er sprengte sich in einem Eingangsgebäude zum Botschaftsgelände in die Luft. Die türkische Regierung verstärkte die Sicherheitsmaßnahmen für diplomatische Vertretungen, auch für die in unmittelbarer Nachbarschaft des Tatortes gelegene deutsche Botschaft.

Bildquelle: dpa bildfunk