Anzeichen für Endometriose: Wann stecken Auswucherungen der Gebärmutterschleimhaut dahinter?

Symptome bei Endometriose: Unterbauchschmerzen
Chronische Unterbauchschmerzen können Anzeichen für Endometriose sein. © absolutimages - Fotolia

Jede zehnte Frau ist betroffen

Der Name Endometriose ist abgeleitet von Endometrium, der medizinischen Bezeichnung für Gebärmutterschleimhaut. Diese Schleimhaut kleidet die Innenseite der Gebärmutter (Uterus) aus. Sie verändert sich im Lauf eines jeden Monatszyklus. Kommt es zur Schwangerschaft, nistet sich das befruchtete Ei in der Schleimhaut ein. Erfolgt keine Befruchtung, wird das Endometrium größtenteils mit der Monatsblutung abgestoßen und neu gebildet.

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Bei der Endometriose kommt es zu Wucherungen der Schleimhaut außerhalb der Gebärmutter. Solche Endometrioseherde können sich überall im Körper ansiedeln, am häufigsten jedoch auf den Haltebändern der Gebärmutter, den Eierstöcken, dem Bauchfell und im so genannten Douglasraum. Der Douglasraum liegt hinter dem Uterus und ist der tiefste Punkt in der Bauchhöhle. Auch Blase und Darm sind gelegentlich von Wucherungen betroffen. In sehr seltenen, aber besonders schlimmen Fällen kann es zu Ablagerungen der Endometrioseherde am Zwerchfell oder in Narben kommen.

Wird gegen die Wucherungen nichts unternommen, breiten sie sich immer weiter aus. Die abgesiedelten Endometrioseherde reagieren fast genau so auf die monatlichen hormonellen Veränderungen wie die Schleimhaut in der Gebärmutter. Sie werden gebildet und abgebaut und auch sie bluten zyklisch. Anders als beim Uterus, kann das Blut jedoch nicht abfließen und es kommt beispielsweise zu Zystenbildung in den Eierstöcken. Diese werden, wegen der dunklen Farbe, auch Schokoladen- oder Teerzysten genannt. Außerdem sind schmerzhafte Verwachsungen der Organe möglich.

Vielfältige Symptome

Folgende Symptome können für eine Endometriose sprechen:

- Schmerzen kurz vor oder während der Periode, die so stark sind, dass regelmäßig Schmerzmittel gebraucht werden

- Chronische Unterbauchschmerzen, die durch entzündliche Prozesse oder Verwachsungen ausgelöst werden

- Schmerzen beim Geschlechtsverkehr

- Schmerzen bei Wasserlassen und/oder beim Stuhlgang

- Blut in Urin und/oder Stuhl

- Unerfüllter Kinderwunsch

Thomas Römer vom Evangelischen Krankenhaus Köln-Weyertal und Chef des Endometriose-Zentrums rät: "Sobald Sie kurz vor oder während der Monatsblutung regelmäßig Schmerzmittel nehmen müssen, sollten Sie mit Ihrem Gynäkologen über die Möglichkeit einer Endometriose sprechen. Falls der Verdacht erkrankt zu sein tatsächlich besteht, sollten Sie nicht vor einer Bauchspiegelung zurückschrecken. Sie erfolgt unter Narkose und ist oft auch ambulant möglich."

Ursachen ungeklärt

Ursachen und Entstehungsprozesse der Endometriose sind bis heute nicht eindeutig geklärt. Im Wesentlichen werden zwei Theorien vertreten:

- Implantations-Theorie: Diese These geht davon aus, dass Endometriumzellen zu anderen Körperstellen übersiedeln. Dieser Prozess erfolgt entweder durch Tiefenwachstum, also Eindringen der Schleimhaut in die Gebärmuttermuskulatur, oder durch Austreten des Menstruationsblutes in die Bauchhöhle hinein. Es wird auch Verschleppung der Endometriumzellen über die Blutwege diskutiert.

- Metaplasie-Theorie: Hierbei wird angenommen, dass die Endometriose durch Veränderungen bestimmter Zellen ausgelöst wird, die aus der gleichen Zelllinie kommen, wie die Gebährmutterschleimhaut.

Beiden Erklärungsmodellen gemeinsam ist die Annahme, dass Endometriose nicht durch die Lebensweise oder Umwelteinflüsse begünstig wird. Hauptrisikofaktor für das Entstehen ist die Menstruation selbst, da mit dem Bluten die Ablösung der Schleimhaut und Zelltransporte einhergehen. Frauen, deren Regelblutung früh und deren Menopause spät einsetzten, sind stärker gefährdet. Frauen, die hormonell verhüten und die Periode dabei unterdrücken - beispielsweise mit der Antibabypille - haben ein geringes Endometriose-Risiko. In der Menopause bildet sich die Endometriose nahezu vollständig zurück.

So lässt sich Endometriose behandeln

Endometriose ist eine chronische, aber therapierbare Erkrankung. Folgende Therapien sind derzeit möglich:

- Operative Therapie

Mit der Bauchspiegelung, der Laparoskopie, wird zum einen der Befund gesichert, zum anderen werden die Endometrioseherde direkt entfernt. Durch winzige Schnitte in der Bauchdecke werden zunächst die Wucherungen oder Zysten mit der Kamera lokalisiert, dann werden sie - sofern sie operabel sind - entfernt.

- Hormonelle Therapie

Sie wird zur Langzeitbehandlung leichterer Endometrioseverläufe sowie zu Behandlung nicht operabler Herde und zur Nachbehandlung eingesetzt. In dem durch Hormone die Blutung unterdrückt wird, sinkt das Risiko des Aufflackerns oder der Ausbreitung der Erkrankung.

- Akupunktur

Akupunktur wird häufig zur Schmerzbehandlung eingesetzt.


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