Apple stellt neue Geräte vor: Das können die Apple Watch, das iPhone 6 und das iPhone 6 Plus

10.09.2014 | 07:21
iPhone 6 und iPhone 6 Plus Apple setzt im Wettstreit um den Smartphone-Markt auf deutlich größere iPhones. Links das alte iPhone, rechts die neuen Modelle. Foto: cendruschat@Twitter

Konzern bringt Computeruhr auf den Markt

"Dies ist ein wichtiger Tag in der Geschichte von Apple." So begrüßte Konzernchef Tim Cook die ausgewählten Journalisten im Flint Theater in Cupertino und präsentierte kurz darauf das neue iPhone - in gleich zwei Versionen: Sie heißen iPhone 6 und iPhone 6 Plus. Und als die Journalisten schon dachten, die Präsentation sei vorbei, schüttelte Cook noch die von Apple-Fans lang ersehnte Apple Watch aus dem Ärmel.

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Sie soll zum Beispiel das Wetter anzeigen, als Stoppuhr dienen und Gesundheitsdaten sammeln. Man kann Anrufe starten, Kurznachrichten diktieren und auch die Musik-Wiedergabe steuern. Die Uhren können auch direkt untereinander kommunizieren. "Wir glauben, dass dieses Gerät neu definieren wird, was die Menschen von dieser Produktkategorie erwartet", sagte Cook.

Die Uhr soll es in zwei Größen geben, sie hat einen quadratischen Bildschirm mit abgerundeten Ecken. Mit Rücksicht auf das kleine Display sei eine komplett neue Bedienung entwickelt worden. Die einzelnen Apps werden mit runden Symbolen angezeigt. In die Steuerung ist der typische Drehknopf an der Seite eingebunden. Er dient zur Navigation auf dem Bildschirm und übernimmt auch die Rolle des iPhone-typischen Home-Buttons. In einer Version ist das Gehäuse vergoldet.

Die Funktionen der Uhr erinnern an bisherige Modelle unter anderem von Samsung, LG und Motorola. Bei aktuellen Computeruhren kritisierten Branchenbeobachter oft die Bedienung und die Batterielaufzeiten. Es wird sich zeigen, ob es Apple gelang, die Vision eleganter umzusetzen. Cook muss mit der Computeruhr beweisen, dass er die Fußstapfen seines großen Vorgängers Steve Jobs ausfüllen kann.

Apple kündigt iPhone-Bezahlsystem an

Im Wettstreit um den Smartphone-Markt setzt der Konzern auf deutlich größere Geräte mit Display-Diagonalen von 4,7 und 5,5 Zoll an (knapp 12 und knapp 14 cm). "Sie sind größer, sie sind viel größer", sagte Marketingchef Phil Schiller bei der Präsentation in Cupertino.

Konkurrierende Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android haben schon länger größere Displays. Apple sperrte sich bisher gegen diesen Trend. Der Konzern begründete dies mit einer schlechteren Bildqualität auf größeren Displays sowie der Notwendigkeit, das Smartphone leicht mit einer Hand bedienen zu können.

Damit man auch auf dem großen Bildschirm mit einer Hand an die obere Menüleiste herankommt, ließ sich Apple einen Trick einfallen: Durch einen Doppel-Klick auf den Home-Button rutscht die obere Kante des Bildes in die Mitte.

Die neuen iPhones sind mit 6,9 und 7,1 Millimetern etwas dünner als das vorherige iPhone 5s. Der Prozessor soll um 25 Prozent schneller laufen und die Batterie zum Teil deutlich länger halten. Das Display des größeren Modells hat eine Auflösung von 1.920 mal 1.080 Bildpunkten wie bei einem HD-Fernseher.

Der Konzern will zudem mit einem iPhone-Bezahlsystem der herkömmlichen Brieftasche Konkurrenz machen. Cook kündigte eine digitale Geldbörse im iPhone 6 an. Damit soll es reichen, das Telefon an das Lesegerät an der Kasse zu halten und die Zahlung per Fingerabdruck auf dem iPhone-Sensor zu bestätigen. Das System heißt Apple Pay. Es nutzt wie erwartet den Nahfunk-Standard NFC, auf den die Finanzbranche bei mobilen Bezahldiensten setzt.

Apple sammele dabei keine Daten, betonte iTunes-Chef Eddy Cue. "Apple weiß nicht, was Sie gekauft haben, wo Sie es gekauft haben und wie viel Sie dafür bezahlt haben." Auch mit dem Händler würden dabei keine Karten-Informationen geteilt. Der Konzern nannte als Partner die großen Kreditkarten-Konzerne Mastercard, Visa und American Express sowie mehrere US-Banken.

Zugleich leistete sich Apple ausgerechnet bei der wichtigen Präsentation eine Panne: Der Live-Stream im Internet brach immer wieder zusammen. Es war das erste Mal, dass Apple solche massiven Probleme bei einer Übertragung hatte.