Arbeitsagentur bietet Job als Prostituierte an

Jobangebot: "Escort.de sucht selbständige Begleitungen (Hostess)"

Ein Job als Prostituierte? Ist wohl nicht jederfraus Sache. Dennoch hat die Arbeitsagentur ein genau solches Angebot in ihrer Online-Jobbörse angeboten. Der Arbeitgeber, ein Escort-Service, macht darin ein eindeutiges Angebot – die Arbeitsagentur hingegen spricht von einem Versehen.

- Anzeige -
Arbeitsagentur vermittelt Job als Prostituierte Escort-Service
Die Arbeitsagentur hat ein Jobangebot eines Escort-Service angeboten. © dpa, A3471 Boris Roessler

"Du interessierst Dich für einen Job als Begleitdame für einen exklusiven Escort-Service? Du hast bisher noch keine Erfahrung in diesem Bereich? Kein Problem…" So heißt es in der Stellenbeschreibung, die die Arbeitsagentur im Netz unter dem Titel "Escort.de sucht selbständige Begleitungen (Hostess)" veröffentlicht hat. Offiziell sollte es demnach um einen Begleitservice gehen. Hinter dem Angebot steckt jedoch offenbar ein Job als Prostituierte.

Schaut man sich nämlich die Internetseite des betreffenden Escort-Service an, so sind dort leicht bekleidete Frauen mit Namen wie Cheyenne, Priscilla oder Sandy in aufreizenden Posen zu finden. Sie präsentieren ihre Vorlieben und Körpermaße. Ein reiner Escort-Service? Offenbar nicht.

Arbeitsagentur: "Wussten zuerst nicht, um welches Angebot es sich handelt."

Laut einem 'Bild'-Bericht soll einem Reporter nach einem Vermittlungs-Anruf ein eindeutiges Angebot gemacht worden sein. Auf die Frage "was kostet das?" bekam er demnach die Antwort: "Jeweils 600 Euro, Sex nach dem Essen inklusive." Auch auf der Internetseite des Arbeitgebers finden sich eindeutige Worte. Unter dem Punkt "Was erwarten wir?" wird von den Bewerberinnen verlangt, "die Freiheit der erotischen Treffen mit dir nicht bekannten Personen" zu genießen und "Lust auf unverbindliche, erotische Abenteuer und auf One Night Stands" zu haben.

Die Arbeitsagentur bedauere, dass das Job-Angebot auf ihrer Internetseite erschienen ist. "Ein Jobangebot auf unserer Seite kann jeder eingeben. Da das entsprechende Angebot unter der Rubrik Selbstständigkeit gelaufen ist, wurde es von uns nicht sofort überprüft", erklärte Paul Ebsen, Sprecher der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg, gegenüber rtlaktuell.de. Selbstständige Angebote würden nur auf Schlüsselworte oder nach einem direkten Hinweis überprüft.

"Der Begriff Hostess ist nicht direkt negativ belegt. Daher wussten zuerst nicht, um welches Angebot es sich handelt. Natürlich muss man überlegen, ob der Begriff hier richtig gewählt ist", sagte Ebsen. Die Arbeitsagentur habe das entsprechende Jobangebot inzwischen gelöscht.

Dabei ist der Fall nicht der erste, mit dem die Arbeitsagentur Aufmerksamkeit auf sich zieht: Anfang des Jahres berichtete eine 19-jährige Augsburgerin, sie habe ein Vermittlungsangebot für einen Job als Thekenkraft in einem Bordell bekommen. Voraussetzung sei ein "ansprechendes Auftreten" gewesen. Auch hier sprach die Arbeitsagentur von einem "Versehen".