Arbeitsmarkt: Großer Bedarf an älteren Arbeitskräften

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Im September 2012 hatten 1,5 Millionen Menschen über 60 Jahren einen sozialversicherungspflichtigen Job. © picture alliance / ZB, Jens Büttner

Beschäftigung Älterer ist "auf einem sehr, sehr guten Weg"

Die Folgen der demografischen Entwicklung, so ist oft zu lesen, seien verheerend. Kollaps des Rentensystems, Fachkräftemangel und andere Horror-Szenarien sind allseits bekannt. Dass die Alterung der Gesellschaft weniger drastische Konsequenzen haben muss, zeigen aktuelle Zahlen der Bundesagentur für Arbeit (BA). Demnach ist die Zahl älterer Arbeitskräfte deutlich gestiegen. Im September 2012 hatten knapp 1,5 Millionen Menschen über 60 Jahren einen sozialversicherungspflichtigen Job. Das sind 12 Prozent mehr als 2011.

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Damit hat sich die Zahl der Arbeitskräfte in der Altersgruppe '60plus' innerhalb von fünf Jahren um 667.000 (81,7 Prozent) erhöht. Die Beschäftigung Älterer ist nach Einschätzung des Bundesarbeitsministeriums "auf einem sehr, sehr guten Weg". Der Trend sei "deutlich positiv", sagte ein Ministeriumssprecher zu den neuen BA-Zahlen. Mit Blick auf die Rente mit 67 gebe es aber "noch Handlungsbedarf".

DGB kritisierte "Jugendwahn"

Handwerkspräsident Otto Kentztler sieht darin einen Beleg, dass sich Unternehmen zunehmend auf die Belange älterer Beschäftigter einstellten. "Immer mehr Betriebe sorgen mit Qualifizierungen dafür, dass das Wissen auf dem neuesten Stand bleibt", sagte er der 'FAZ'. Gerade im Handwerk benötige man laut Kentztler die Erfahrung älterer Mitarbeiter.

Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) hatte die Wirtschaft jüngst kritisiert, dass sich viele Betriebe "noch nicht vom Jugendwahn verabschiedet" hätten. So sei die Zahl älterer Arbeitsloser laut dem Gewerkschaftsbund in jüngster Zeit gestiegen.

Wer vor diesem Hintergrund Fachkräftemangel beschwöre, sei "unehrlich", sagte DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach damals dem Blatt. Das BA konterte diese Einschätzung mit einer aktuellen Analyse, wonach der Anstieg von Beschäftigung und Arbeitslosigkeit in der Gruppe '60plus' mit auslaufenden Frühverrentungsprogrammen in den vergangen Jahren zusammenhänge.


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