Arzt schlägt Alarm: Lebensbedrohliche Gefahr durch Kriebelmücke

Lebensgefahr durch Kriebelmückel
Lebensgefahr durch Kriebelmückel Ein Arzt warnt jetzt 00:00:39
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Die Kriebelmücke nähert sich lautlos und kann beißen

Eine besonders unangenehme Mückenart breitet sich gerade hierzulande aus. Und zwar eine, die nicht sticht, sondern beißt. Die Bisse der sogenannten Kriebelmücke verursachen nicht nur starke Schwellungen der betroffenen Hautstellen, sie können sogar Blutvergiftungen auslösen. Ein Passauer Allergologe und Hautarzt schlägt jetzt Alarm. Ein Biss der Mücke könnte lebensbedrohliche Folgen haben. Das Gesundheitsamt stuft die Gefahr weniger bedrohlich ein. Wir erklären, wie Sie die Kriebelmücke erkennen und wie Sie sich vor ihr schützen.

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Passauer Arzt warnt vor den lebensbedrohlichen Folgen

Kriebelmücke: So schützen Sie sich vor den Bissen der Insekten
Die Bisse der Kriebelmücken verursachen häufig starke Schwellungen und können schlimmstenfalls zur Blutvergiftung führen. © picture alliance / WILDLIFE, WILDLIFE/P.Hartmann

Dr. Claus Gruss ist Allergologe und Hautarzt und warnt vor der Kriebelmücke. Er schlug bei der Stadt und beim Gesundheitsamt in Passau Alarm und forderte Maßnahmen. Denn in den letzten Wochen häuften sich in seiner Praxis Patienten, die von einer Kriebelmücke gebissen worden sind. Die Befunde bezeichnete der Arzt als "schwerwiegend bis lebensbedrohlich". Es könnte seiner Meinung nach sogar zu Todesfällen durch das Insekt kommen. Das Gesundheitsamt sieht das Ganze nicht so bedrohlich wie der Arzt. Es will die Lage lediglich im Auge halten, um bei Bedarf reagieren zu können.

Der Allergologe geht davon aus, dass die Patienten so stark auf den Biss reagieren, weil die Mücke blutverdünnende und allergisierende Substanzen abgeben. Für Abhilfe sorge Kortison mit Antiseptikum. Aber für Kinder oder für oft gestochenen Patienten könnte die Lage kritisch werden. Weiterhin geht Dr. Gruss davon aus, dass die heftigen Reaktionen auf die Kriebelmücke durch eine neue Mückenunterart hervorgerufen werden, die aus Südosteuropa eingewandert sei.

So erkennen Sie die Kriebelmücke

Im Gegensatz zur gemeinen Mücke nähert sich die Kriebelmücke ihrem Opfer geräuschlos. Und statt zu stechen beißt das nur etwa zwei bis sechs Millimeter große Insekt zu. Die Kriebelmücke hat eine blaugraue bis schwarze Farbe und erinnert an eine Fliege. Verantwortlich für die Schwellungen und den Juckreiz ist ihr giftiger Speichel.

Während die männlichen Kriebelmücken harmlos sind und sich ausschließlich von Pflanzen ernähren, ritzen die weiblichen Kriebelmücken mit ihrem säbelzahnartigen Mundwerkzeug weiche Hautstellen an. Das austretende Blut saugen die Insekten dann auf und injizieren ihrerseits ein Speicheldrüsensekret in die Wunde. Dieses hemmt zum einen die Blutgerinnung, zum anderen wirkt es schmerzbetäubend, sodass der Biss meist gar nicht bemerkt wird. Unser Körper schüttet nach einem Biss - ähnlich wie bei einer Allergie - Histamine aus, die eine Entzündungsreaktion verursachen. Die Folge: Die Haut um den Stich schwillt an.

Bevorzugte Opfer von Kriebelmücken sind eigentlich Wildtiere

Schwillt die Körperstelle nicht übermäßig an, genügt es, die Stelle ruhig zu stellen, zu kühlen und gegebenenfalls zu desinfizieren. Enthalten die Beißwerkzeuge der Kriebelmücken aber Bakterien, können sich die Beißwunden entzünden und extrem anschwellen. Es können Begleiterscheinungen wie Fieber auftreten. Schlimmstenfalls kann es zu einer lebensgefährlichen Blutvergiftung kommen. In diesem Fall sollten Sie unbedingt einen Arzt aufsuchen, der Ihnen im Zweifel Antibiotika verschreiben wird.

Bevorzugte Opfer von Kriebelmücken sind Wild- und Weidetiere wie Rehe, Kühe und Pferde. Biologen vermuten, dass immer mehr Menschen von Kriebelmücken gestochen werden, weil der Wild- und Weidetierbestand in Deutschland im Laufe der letzten Jahre stetig zurückgegangen ist.

Wie andere Mückenarten auch sind Kriebelmücken nachtaktiv. Sie fühlen sich besonders in feucht-warmem Klima wohl und bevorzugen Feuchtgebiete und Wiesen. Vor allem in der Dämmerung und am Abend sollten Sie sich hier mit heller, langer Kleidung schützen. Nicht bedeckte Hautstellen sollten Sie mit Insektenschutzmitteln einsprühen. Am effektivsten sind Mittel, die DEET oder Icaridin enthalten. In Wohnungen oder Häuser dringt die Kriebelmücke jedoch in der Regel nicht ein.