Ärzte: Steinmeiers Nieren-OP geglückt

"Beide machen zufriedenstellende Fortschritte"

Ganz Deutschland ist bewegt von diesem Schicksal und ganz Deutschland hat die Daumen gedrückt - mit Erfolg: Die Nieren-Operationen von SPD-Fraktionschef Frank-Walter Steinmeier und seiner Ehefrau Elke Büdenbender sind geglückt. Steinmeiers Sprecher Hannes Schwarz überbrachte die erlösende Nachricht: "Nach Rücksprache mit den Ärzten kann ich mitteilen, dass die Operationen gut verlaufen sind. Beide machen zufriedenstellende Fortschritte."

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Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender.
Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender. © dpa bildfunk

Die aufwendigen Vorbereitungen für die Operationen sowie die Eingriffe selber hatten sich fast den ganzen Tag hingezogen. Zunächst hatten die Mediziner dem 54-jährigen Steinmeier die gesunde Niere entnommen. Anschließend pflanzten sie das Organ seiner schwer erkrankten Ehefrau ein. Nun beginnt das Warten, denn erst in einigen Wochen wird sich endgültig zeigen, ob die Niere vom Körper angenommen wird. Die Chancen stehen indes gut: "Man kann davon ausgehen, dass 98 bis 99 Prozent aller Lebendspenden funktionieren. Leider nicht 100 Prozent", so Transplantationsmediziner Friedrich Thaiss zu RTL.

Bei einer Lebendspende wird das Organ meist über einen seitlichen Schnitt im Bereich des Oberbauchs entnommen. Die Niere wird dann sofort in einem Behälter in den Operationssaal gebracht, wo sie für die Implantation präpariert wird. Nach der Standard-Operationstechnik wird die neue Niere in den seitlichen Unterbauch eingepflanzt. Die eigenen, erkrankten Nieren des Patienten werden im Körper belassen: sie haben zwar keine Funktion mehr, richten aber auch keinen Schaden mehr an. Ihre Entfernung würde den Aufwand und die Operationszeit noch vergrößern.

12.000 Menschen warten auf ein Spenderorgan

Nach Angaben von medizinischen Fachleuten kann der Spender einer Lebendniere nach etwa sieben bis zehn Tagen die Klinik verlassen. Er ist vier Wochen bis drei Monate arbeitsunfähig. Eine Organempfängerin wie Steinmeiers Frau muss danach noch etwa zwei Wochen im Transplantionszentrum bleiben. Anschließend wird sie in eine Nachsorgeklinik verlegt.

Steinmeiers Nierenspende hat inzwischen eine neue Debatte um die mangelnde Organspende- Bereitschaft der Deutschen ausgelöst. Schon kommen erste Vorschläge, mit der Führerschein-Prüfung sollten auch Blanko-Ausweise zum Organspenden ausgehändigt werden. Bundes-weit warten zurzeit 12.000 Patienten auf ein Spenderorgan. Viele von ihnen bereits seit Jahren.


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